IG hat im Bönener Derby immer die passende Antwort

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Die IG-Spieler bejubelten nach dem Schlusspfiff den Derbysieg ausgelassen.

Bönen - Leztlich gab es am Sieger des Bönener A-Liga-Derbys nichts zu rütteln. Die IG wirkte über 90 Minuten wacher, trat aggressiver auf und schien den Erfolg einfach mehr zu wollen als die SpVg. Die egalisierte zwar zweimal einen Rückstand, fing sich aber beide Male postwendend wieder einen Treffer ein und ging deshalb mit 2:3 (0:1) als Verlierer vom Platz am Schulzentrum.

„Schade, dass wir den Derbycharakter, den die IG ausgestrahlt hat, nicht auch gezeigt haben“, meinte ein enttäuschender Gästetrainer Hendrik Dördelmann. „Die Jungs haben sich den Sieg auch verdient“, lobte dagegen sein Kollege auf IG-Seiten, Sven Kabutke: „Sie haben taktisch sehr diszipliniert gespielt.“

Zunächst erwies sich aber erneut, dass die Derbys im Jahr 2016 unter keinem guten Stern stehen. Nach dem Hagelschauer beim Spiel Nordbögger gegen SpVg fing nun kurz vor Spielbeginn ein heftiger Graupelschauer an. Später wechselten sich Sonne und weitere leichte Niederschläge ab.

Bis zur 18. Minute blieb Vieles Stückwerk. Und auch die IG-Führung entsprang einer solchen Aktion, als Nihat Isik zweimal glücklich in Ballbesitz blieb. Nach dem Pass auf Raphael Thiemann spielte dieser von der linken Seite Ismail Oturak frei, der nur noch ins leere Tor schieben brauchte. Cengiz Güner antwortete mit einem Schuss, den IG-Keeper Manuel Kaczor parierte (20.). Die Gäste, bei denen Kapitän Tobias Wittwer früh verletzt ausfiel, hatte zwar ein leichtes optisches Übergewicht, kamen aber nicht zu Chancen. Für die IG vergab Mücahit Dikelni eine Kontergelegenheit (33.) und verpasste Furkan Aydeniz einen Freistoß mit dem Kopf nur knapp (44.).

Nach dem Wechsel wirkte die SpVg geordneter, hatte das Spiel nun im Griff, ließ dem Gegner zumindest keinen Raum mehr. Allerdings fanden sie gegen die gut verteidigenden Gastgeber keine Lücken. „Die IG war sehr konzentriert und häufig einen Schritt schneller. Wir waren zu schwach in den Zweikämpfen und hatten zu viele Unkonzentriertheiten“, sagte Dördelmann. Mit kapitalen Fehlpässen brachte sich die SpVg zudem selbst aus dem Konzept. Nur weil die Hausherren ihre Konter zu schlampig ausspielten, wurde das nicht bestraft. Bei der größten Möglichkeiten lenkte Schlussmann Patrick Heller den Heber von Ramazan Dincer zur Ecke (64.).

Der beste und geduldigste Spielzug der Gäste führte dann zum Ausgleich: Nihat Isik legte Fatih Korkmaz im Strafraum, den fälligen Elfmeter verwandelte Malik Öncül sicher (68.). Doch die Freude über das 1:1 währte nur kurz. Drei Minuten später setzte sich Basyigit auf rechtsaußen durch und beförderte anschließend den 18-m-Schuss von Thiemann mit der Hacke ins Netz.

Die SpVg gab sich nicht auf, Nachdem Oturak auf Vorlage von Dincer das 3:1 verpasste hatte (75.), staubte Korkmaz zum 2:2 ab (82.). Kaczor hatte einen Güner-Freistoß unterschätzt. Seine zu kurze Abwehr landete beim ungedeckten Torschützen im Fünfmeterraum. Doch erneut schlug der Gastgeber eiskalt. Aydeniz köpfte die Flanke von Thiemann unhaltbar vom Elfmeterpunkt ins Tor. Da war der Ausgleich gerade einmal zwei Minuten alt. „Die IG war brutal effektiv“, so Dördelmann.

Zu Beginn der Nachspielzeit verletzte sich Dincer noch am Knöchel, weshalb sich der Schlusspfiff lange hinzog. Mehr als einen Kopfball von Kevin Scheibke bekam die SpVg aber nicht mehr hin. „Den Unterschied hat die Einstellung gemacht“, sagte Dördelmann nach dem vierten Spiel ohne Sieg in Folge. „Für uns war der Erfolg extrem wichtig“, so Kabutke. - bob

IG: Kaczor – Evr. Karka – Karahan, Kuba (77. Erd. Karka) – Isik, Aydeniz – Dikenli, Basyigit (71. Toure), Thiemann (90. Yilmaz) – Dincer

SpVg: Heller – Schneck – Senel, Wöllert – Wittwer (32. O. Hussein), Güner, Korkmaz – Wittwer (32. O. Hussein), Weißenberg (61.) – Herger (65. Scheibke), Holtmann

Tore: 1:0 Oturak (18.), 1:1 M. Öncül (Foulelfmeter/68.), 2:1 Basyigit (71.), 2:2 Korkmaz (82.), 3:2 Aydeniz (84.)

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