IG ist eine der positiven Überraschungen der Saison

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Als Kapitän trägt Furkan Aydeniz seit Saisonbeginn mehr Verantwortung und freut sich über die gute Entwicklung der IG Bönen.

Bönen - Das hätte vor der Saison wohl kaum jemand gedacht, dass die IG Bönen neben Aufsteiger Rot-Weiß Unna II zu den größten positiven Überraschungen des ersten Viertels der Fußball-Kreisliga A1 zählt. Die IG, die im Vorjahr noch dank eines guten Schlussspurts als Zwölfter halbwegs souverän die Klasse hielt, zählt in der Spielzeit 2016/2017 als Sechster erweiterter Spitzengruppe.

„Das ist schon überraschend“, sagt selbst Furkan Aydeniz, der die Bönener seit Saisonbeginn als Kapitän auf den Platz führt. Die Vorbereitung war beinahe schon gewohnt chaotisch, diesmal aufgrund der langen Trainersuche nach der späten Demission von Sven Kabutke im Juni. Scheinbar hat der Vorstand aber den richtigen Riecher gehabt. So wurde Tayfun Basyigit, der die IG eigentlich schon Richtung Hemmerde verlassen hatte, zurückgeholt, und bildet nun mit Evren Karka ein sich gut ergänzendes Spielertrainerduo. Erst zwei Wochen vor Saisonbeginn nahmen die beiden offiziell die Arbeit auf, brachten die Mannschaft aber schneller in die Spur, als die meisten erwartet hätten.

Zunächst rumpelte die IG allerdings ein wenig in die Saison. Dem glücklich erkämpften Sieg in Herringen (2:1), folgte ein überflüssiges Unentschieden gegen schwache Fliericher und eine 2:5-Niederlage gegen den TSC Hamm II. „Das war komplett daneben. Da rede ich gar nicht drüber“, sagt Akdeniz, der immerhin etwas Gutes in der schlechten Vorstellung gegen die TSC-Reserve sah. „Dadurch wurde jeder wach“, hat er einen Ruck im Team bemerkt. Seitdem haben die Bönener vier Siege gefeiert und nur gegen den Tabellendritten Uentrop verloren.

„Die Mannschaft hat jetzt Charakter bekommen, weil die Unruhe raus ist“, sieht der Kapitän im Zusammenhalt einen der Hauptgründe. So wird auch der kleine Kader, der durch die Abgänge von Sherif Karahan, Ramazan Dincer und Hero Babatunde im Saisonverlauf, sehr knapp bemessen ist, aufgewogen. „Jeder kämpft für jeden mit“, lobt der Kapitän.

Der andere Grund für den Erfolg ist noch elementarer: „Wir trainieren jetzt, und das merkt man“, erklärt Aydeniz. Das zeigt sich auf dem Platz. Während der IG im Vorjahr oft nach einer halben Stunde und dann Mitte der zweite Hälfte die Puste ausging, kann sie jetzt konditionell mithalten. Der 3:2-Erfolg am Sonntag beim Hammer SC war das beste Beispiel: Mit großem kämpferischen Einsatz verteidigte die IG bis zum Schlusspfiff den Dreier.

Für Aydeniz sind noch andere Gründe wichtig für den Aufschwung. „Wir haben offensiv mehr Qualität als letzte Saison. Wir hatten ja keinen vernünftigen Stürmer, außer Tayfun, der erst im Winter gekommen ist.“ Mit 14 Toren in der Rückrunde war Basyigit in der vergangenen Spielzeit quasi Alleinunterhalter, jetzt führt wer zwar wieder mit sechs Treffern die mannschaftsinterne Torschützenliste an, doch auch andere Akteure wie Mertlan Akkaya (5) oder Oguzhan Öztürk (4) haben sich schon mehrfach dort eingetragen.

Für Aydeniz hat sich durch seine neue Rolle auch „Vieles geändert“: „Ich übernehme jetzt mehr Verantwortung und bin mehr am Reden“, sagt der 20-Jährige, der im Winter 2014/2015 zum Schulzentrum wechselte: „Ich treibe zusammen mit Evren Karka von hinten die Mannschaft an – er als Libero, ich im defensiven Mittelfeld.“

Das neue gewonnene Selbstbewusstsein wollen die Bönener weiter in Punkte umwandeln. Auf dem Programm stehen mit Lohauserholz II und Wiescherhöfen II zunächst zwei Kellerkinder, dann hat die IG spielfrei, ehe es gegen die Topteams wie Werne, SpVg Bönen und BVH geht. „Da sehen wir, wo wir als Mannschaft stehen“, sagt Aydeniz. Mit breiter Brust will er jedenfalls auftreten: „Letzte Saison haben wir uns vor solchen Mannschaften noch versteckt, doch im Moment läuft es gut.“ Während Basyigit vor dem HSV-Spiel noch mahnte und sagte, „wir gehören da oben nicht hin“, kann sich Aydeniz mit einem Platz im oberen Tabellendrittel gut anfreunden. - bob

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