IG im Derby taktisch besser als TVG / SpVg mit Big Point

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Mit der staubigen Asche kamen die Fliericher (rechts Simon Maletz gegen Tayfun Basyigit) nicht gut zurecht.

Bönen - Zwischendurch waren die Spieler der IG Bönen und des TVG Flierich-Lenningsen im Kampf um den Ball in einer Staubwolke verschwunden. Die IG hatte zu spät bei der Gemeinde angefragt, ob sie für das Derby in der Fußball-Kreisliga A1 auch auf den Rasenplatz am Schulzentrum gehen könnte. Auch wenn es für die Akteure auf dem harten Aschenplatz sicher nicht angenehm war, sportlich zog der Gastgeber einen Vorteil aus dem Heimauftritt. Denn die Germanen kamen mit dem ungewohnten Geläuf überhaupt nicht zurecht.

„Das war eine grauenhaft schlechte Leistung von uns“, war TVG-Coach Thorsten Müller nach den 90 Minuten heilfroh, dass seine Mannschaft beim 0:0 einen „glücklichen“ Punkt ergattert hatte. Die IG war von Beginn an spielbestimmend gewesen, was sich selbst dann nicht änderte, als sich Fatih Cebar in der 39. Minute eine völlige unnötige Rote Karte wegen Nachtretens gegen Tobias Weiß einhandelte. Flierich kam auch in Überzahl zu selten in die Zweikämpfe, war oft zu spät dran und stand nicht so kompakt wie gewohnt. Besonders das Nachrückverhalten passte überhaupt nicht, so dass sich der TVG mit einem Mann mehr nie in des Gegners Hälfte festsetzte. Sturmspitze Tobias Weiß hing in der Luft, wurde eigentlich nur von Lukas Kurz dauerhaft unterstützt. Müller schob dies auch auf das Fehlen von Sebastian Schlieper, Gillian Daude und Florian von Glahn, die in der Offensive und mit ihrer Dynamik nicht ersetzt werden konnten.

So war es überraschend die IG, die sich taktisch reifer präsentierte. Wie schon beim 2:1-Erfolg in Herringen machten die Bönener selbst in Unterzahl die Räume geschickt eng und präsentierten sich erstaunlich positionstreu. „Wir haben am System gearbeitet. Langsam merkt man die Trainingseinheiten“, war Spielertrainer Evren Karka vollauf zufrieden. Die IG scheint ihren Rückstand, den Karka und sein Trainerkollege Tayfun Basyigit befürchtet hatten, schneller aufgeholt zu haben, als erwartet. Lediglich die Chancenverwertung stimmte nicht, weswegen der Gastgeber den verdienten Sieg nicht einfuhr. „Vielleicht müssen wir jetzt zum Torschuss hingehen“, war Karka trotz allem gut gelaunt.

Während sich die IG und Flierich am Schulzentrum die Punkte teilten, feierte ein paar Kilometer weiter am Rehbusch die SpVg einen vielleicht psychologisch ganz wichtigen Sieg für den weiteren Saisonverlauf. Nach einer erneut durchwachsenen Vorbereitung hat sich die Mannschaft von Trainer Hendrik Dördelmann mit sechs Punkten wie schon in der Vorsaison gleich oben einsortiert. War der Auftakterfolg gegen Rünthe noch in die Kategorie Pflichtsieg einzusortieren, landete das Team beim 2:1 gegen den VfL Mark vielleicht den ersten Big Point der Saison. Am Vorjahresmeister hatte sich die SpVg zuletzt die Zähne ausgebissen, nun folgte ein Sieg, bei dem die Bönener wieder ihre Defensivstärke und Effizienz ausspielten. Mark war besonders im ersten Durchgang besser, doch der Gastgeber ging dank Manuel Müller (45.) mit einer Führung in die Pause. Auf diese Art und Weise blieb die Rehbusch-Elf schon in der vergangenen Hinrunde 16 Partien lang unbesiegt – bis der VfL diese Serie im letzten Spiel beendete. Mal schauen, wie die SpVg die aktuelle Saison nun weiterführt. - bob

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