Feiern weicht bei Meister Altenbögge der Vorbereitung

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Altenbögges Coach Mike Rothenpieler sieht dringende Notwendigkeit die Fehlerquote zu senken.

Bönen - Die Bezirksliga war für die Handballer des RSV Altenbögge am Ende nur eine Durchgangsstation. Die Bönener sammelten in 50 Spielen 30 Siege und feierten nur zwei Jahre nach der Meisterschaft in der Kreisliga auch in dieser Klasse den Titelgewinn. Landesliga heißt das neue Abenteuer für den RSV. „Wir müssen das sehr schnell annehmen, vom ersten Tag an“, spricht Trainer Mike Rothenpieler schon fast drei Monate vor dem Saisonstart die erste Warnung aus.

Rothenpieler, immerhin mit sieben Jahren Bezirksliga-Erfahrung bei der SG Massen ausgestattet, hatte schon bei seinem Amtsantritt im vergangenen Sommer die Zielsetzung ausgegeben, nach Rang sieben im Aufstiegsjahr oben mitzuspielen. Er wusste aber auch, dass sich die Mannschaft mit vielen externen Neuzugängen und aufgerückten Jugendspielern erst finden musste. Das bestätigte sich gleich einmal mit 6:4 Punkten zum Start. Es stellte sich jedoch schnell heraus, dass die Leistungsdichte in der Liga groß war, kein Team setzte sich ab.

Im Nachhinein als wichtige Erfahrung wertete Rothenpieler ausgerechnet die beiden Partien vor den Herbstferien in Beckum. In der Liga kam der RSV nach dem 30:24-Erfolg im Spitzenspiel gegen Brambauer beim Abstiegskandidaten gerade noch einmal mit einem 31:30 davon, eine Woche später folgte im Pokal das Aus. „Danach haben wir uns noch mal richtig zusammengerissen“, so der Coach. Bis zum Jahresende zeigte Altenbögge die besten Saisonleistungen, deklassierte die Mitkonkurrenten Wickede, Soest II und Oberaden II regelrecht.

Zum Jahreswechsel musste der RSV allerdings den Abgang von Tom Beutner verkraften. Der zurück nach Sachsen ziehende Zollbeamte war nicht nur ein absoluter Leistungsträger, sondern gleichzeitig nach den verletzten Frederik Betz und Melwyn Leniger der dritte Ausfall im halblinken Rückraum. „Da mussten wir uns neu finden und in Abwehr und Angriff neu justieren“, erklärt Rothenpieler, den mit 4:4 Punkten erneut mauen Rückrundenstart. Doch die Konkurrenten patzten ebenfalls, weswegen es Anfang März zum Showdown mit Brambauer (24:23) kam. „Nach dem Sieg haben wir wirklich dran geglaubt“, sagt Rothenpieler, dass der Aufstieg erst fünf Spiele vor Schluss richtig zum Thema wurde. Mit drei Siegen in vier Partien machte Altenbögge die Meisterschaft dann vorzeitig perfekt. Verdient, wie Rothenpieler trotz zwölf Minuspunkten meint: „Wir haben jeden direkten Vergleich gegen die oberen Mannschaften gewonnen.“

Ein Garant für den Erfolg war der mit 19 Mann extrem breite Kader. Im Gegensatz zu den Konkurrenten ließ der RSV keine Punkte wegen zu vieler Ausfälle – die Hinrundenpleite in Neheim mit nur zwei Rückraumspielern ausgenommen. „Wir hatten viele Antworten“, sagte Rothenpieler, der aus seiner Mannschaft die Routiniers Tino Stracke und Thomas Wollek heraushob: „Sie haben konstant auf einem Level gespielt und sicherlich einige Spiele gewonnen.“

Auf der Meisterschaft ausruhen kann sich allerdings niemand. Das wird der Trainer seinen Schützlingen spätestens beim Trainingsauftakt am 20. Juni klarmachen. „Der Sprung ist sehr groß, vielleicht kommt er sogar zu früh“, hat Rothenpieler einen Riesenrespekt vor der Landesliga. „Da wird jedes Spiel mindestens so schwer wie in Brambauer. Wie schwer das war, wissen wir ja. Alles ist auf Augenhöhe und drei, vier Mannschaften werden uns deutlich überlegen sein“, erklärt der Coach, was die Bönener seiner Meinung nach erwartet. Mit dem Hammer SC stieg der zweite Vorjahresaufsteiger neben Dolberg nach der Relegation gegen Schwelm wieder ab. Rothenpieler erwartet von seinen Spielern noch mehr Konzentration. „Wir hatten eine Fehlerquote von 50 Prozent. Da müssen wir hart dran arbeiten.“

Das Saisonziel Klassenerhalt zu erreichen werden mit Dominik Sürig (Borussia Höchsten), Jan-Lukas Schröer (HSG Unna) und Luca Buch (HC Heeren) drei Neuzugänge mithelfen (der WA berichtete). Mit diesem Trio schloss der RSV seine Lücken auf der halblinken Position und auf der Mitte. Rothenpieler führt zwar noch Gespräche mit potenziellen Verstärkungen würde aber auch mit dem aktuellen Kader in die Saison gehen. Zum Altenbögger Aufgebot wird Melwyn Leniger übrigens nicht mehr zählen. Er kehrt zum Heimatverein HC Heeren zurück.

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