RSV mit „Glücksgriff“ zum Sieg über Neheim

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Andre Brandt rückte in der zweiten Hälfte auf die Rechtsaußenposition, wo er zu einem Sieggaranten des RSV wurde.

Bönen -  Zumindest der Heimnimbus bleibt. Nachdem sich der RSV Altenbögge im neuen Jahr schon zwei Auswärtsniederlage geleistet hat, verteidigte er in der MCG-Halle die weiße Weste (19:1 Punkte). Mit dem spät klar gemachten 31:25 (18:16)-Erfolg verwiesen die Bönener den TV Neheim als Tabellensechsten mit nun acht Punkten Rückstand endgültig aus dem Titelrennen und behaupteten selbst die Spitzenposition gleichauf mit Brambauer.

Als Erfolgsgarant erwies sich dabei eine ungewöhnliche Maßnahme von RSV-Trainer Mike Rothenpieler. Der stellte Mitte der zweiten Hälfte nämlich in Andre Brandt seinen größten Spieler auf Rechtsaußen, von wo dieser fast nach Belieben traf. „Das war ein Glücksgriff“, so Rothenpieler. Es war die entscheidende Phase der Partie. Denn nachdem sich beide Mannschaften in der fehlerbehafteten ersten Hälfte auf Augenhöhe befanden, drohte Altenbögge die Partie nach der Pause aus der Hand zu geben. Die glückliche Zwei-Tore-Führung, die der RSV mit in die Kabine nahm, glich Neheim sofort aus. Die Gäste gingen sogar 22:20 (37.) in Führung, während die Bönener in Abwehr und Angriff neben sich standen.

Doch ausgerechnet ein verworfenener Siebenmeter von Dennis Geckert brachte die Wende. Altenbögge, jetzt wieder mit dem zuvor glücklosen Thomas Wollek im Tor, fing den Ball ab und glich durch Jan Weber und Oliver Eissing aus. Neheim hingegen sollte bis zur 50. Minute kein Tor mehr gelingen. Und da führte der RSV schon 26:22. „Es war mehr drin“, meinte Neheims Trainer: „Wir haben unsere Chancen nicht alle genutzt, und konnten unsere offensive Deckung kräftemäßig nicht durchhalten.“

Rothenpieler sah die Hereinnahme von Christian Kleff und Andre Brandt in die Abwehr als Schlüssel zur plötzlich sicheren Deckung. Der Coach wusste aber auch, dass seine Mannschaft vom dünnen Kader der Gäste profitiert hatte. Dem TVN fiel im zweiten Durchgang zudem Hannes Koch mit einer Zerrung aus, der in der ersten Hälfte noch sieben Mal getroffen hatte. Den Altenböggern, die immer wieder leichte Fehler fabrizierten, half so am Ende ihr breiter Kader. Rothenpieler hatte von Beginn an rotiert, „um den Leute etwas Pausen zu geben, damit sie am Ende voll belastbar sind“. Nur kurz konnte er dabei auf Hendrik Abel zurückgreifen, der sein Comeback nach wenigen Minuten mit Knieproblemen stoppen musste. - bob

RSV: Wollek (1.-21., 38.-60.), Karlin (22.-38) – Altner (3), Lublow (1), Stracke (1), Florian (5), Geckert (4/1), Grzybowski (1), Eissing (2), Brandt (7), Kleff (1), J. Weber (3), Abel, T. Weber

TVN: Scalogna (1.-60.) – Caruso (2), Hemcke (3), M. Pater (2), Frohne (4), Koch (8), F. Pater (5), Figgen (1), Funke, Rösler

Zeitstrafen: 0/2 (–/F. Pater, M. Pater)

Torfolge: 3:3, 9:9, 13:11, 14:14, 16:16, 18:16 – 18:18, 20:22, 26:22, 26:24, 30:24, 31:25

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