Atomwaffen-Staaten rüsten nur zögerlich ab

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Russische Interkontinentalrakete vom Typ Topol RS-12M während einer Parade auf dem Roten Platz in Moskau. Sergei Ilnitsky/Archiv Foto: Sergei Ilnitsky

Von Abrüstung keine Spur: Die großen Atomwaffen-Nationen fahren ihre Bestände zwar langsam zurück. Dafür stecken sie viel Geld in die Verbesserung der gefährlichen Waffen, meinen Forscher.

Stockholm (dpa) - Die großen Atomwaffen-Nationen rüsten nur langsam ab und investieren gleichzeitig Milliarden in die Modernisierung ihrer Bestände.

Das gilt vor allem für Russland und die USA, die gemeinsam über 90 Prozent aller Atomwaffen besitzen, wie aus einem Bericht des Stockholmer Friedensforschungsinstituts Sipri hervorgeht.

"Der ehrgeizige Modernisierungsplan der USA, den die Obama-Regierung präsentiert hat, steht in starkem Kontrast zu Präsident Barack Obamas Versprechen, die Zahl der Atomwaffen und die Rolle, die sie in der nationalen Sicherheitsstrategie der USA spielen, zu reduzieren", sagte Sipri-Experte Hans Kristensen laut Mitteilung.

Demnach wollten die USA zwischen 2015 und 2024 umgerechnet knapp 306 Milliarden Euro in ihre Atom-Arsenale stecken. Das 2011 in Kraft getretene Abkommen "New START" sieht vor, dass Russland und die USA die Zahl ihrer strategischen Atomwaffen auf 1550 verringern.

"Trotz der anhaltenden Verringerung der Waffenanzahl bleiben die Aussichten auf echte Fortschritte in Richtung atomare Abrüstung düster", sagte Sipri-Experte Shannon Kile laut Mitteilung.

Während China seine Bestände vor allem modernisiert, rüsten Indien und Pakistan dem Bericht zufolge auf. Nordkorea soll nach Sipri-Schätzungen etwa zehn atomare Sprengköpfe gebaut haben, Israel über 80 verfügen.

Neun Staaten - die USA, Russland, Großbritannien, Frankreich, China, Indien, Pakistan, Israel und Nordkorea - hatten dem Bericht zufolge Anfang des Jahres rund 4100 Atomwaffen einsatzbereit und verfügten über knapp 15 400 atomare Sprengköpfe. 2015 waren es noch 15 850.

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