Streit um Bahnlärm: Anwohner-Klage am OLG

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Hamm/Recklinghausen - Güterverkehr auf der Schiene macht Lärm. Anwohner beschweren sich darüber. In einer Berufungsverhandlung vor dem Oberlandesgericht in Hamm kämpfen jetzt Kläger aus Herten um ihre Rechte.

Im Streit um Lärm und Erschütterungen an einer Bahnlinie im nördlichen Ruhrgebiet stehen sich am Dienstag Anwohner und die Netztochter der Deutschen Bahn vor dem Oberlandesgericht Hamm gegenüber.

In der ersten Instanz hatte das Landgericht Bochum den Klägern aus Herten zum Teil Recht gegeben: Die Bahn-Tochter soll den Anwohnern, deren Häuser im Kreis Recklinghausen zwischen 23 und 46 Meter von den Gleisen entfernt stehen, passiven Schallschutz sowie Schallschutzfenster und Dämmung bezahlen. Dagegen wehrt sich das Unternehmen. Ein Gutachter hatte deutlich überschrittene Grenzwerte - auch in der Nacht - beim Lärm gemessen.

Die Anwohner forderten auch aktiven Schallschutz und Schutz vor Erschütterungen, was allerdings ohne Erfolg blieb. Es sei dem Betreiber nicht zuzumuten, für einen relativ kleinen Streckenabschnitt Schallschutzwände zu bauen, begründete es das Landgericht. Unverhältnismäßig sei es auch, die Zahl der Züge einzuschränken und die Geschwindigkeit zu reduzieren.

Nachdem die Bahn Berufung gegen das Urteil eingelegt hatte, schlossen sich die Anwohner diesem Schritt an. Das Verfahren hat Signalwirkung für weitere Betroffene. Entlang der Strecke haben sich städteübergreifend Anwohner zusammengeschlossen. Die Güterstrecke zwischen Oberhausen und Hamm wird seit 1905 betrieben, seit 1912 zweigleisig. - dpa

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