Kleiner Mann im Ohr: Verkabelt zur Führerschein-Prüfung

SIEGEN - Mit Mini-Kamera, Ohrhörer und Funk hat eine Bande Wackelkandidaten bei ihrer theoretischen Führerschein-Prüfung unterstützt. Nun ist sie bei einem ihrer betrügerischen Einsätze in Siegen auf frischer Tat ertappt worden.

Die drei mutmaßlichen Täter aus Baden-Württemberg hatten einen 23 Jahre alten Prüfling, der wegen Sprachproblemen zu scheitern drohte, komplett verkabelt. Eine Kamera übertrug die Fragebogen vom Computerschirm in einen Lieferwagen, den die Bande vor der Fahrschule geparkt hatte. Per Funk und Mini-Ohrhörer bekam der Kandidat die richtigen Antworten "geflüstert". 1000 Euro sollte die unkonventionelle Hilfe des Trios kosten. Das teilte die Polizei am Montag mit.

Es seien bundesweit zwar bereits mehrfach verkabelte Prüflinge aufgefallen, erstmals seien aber nun auch die Helfer erwischt worden, berichtete die Polizei in Siegen. Über Umwege hatte die Polizei Wind davon bekommen, dass der Mann schummeln wollte. Deshalb wurde die Umgebung der Fahrschule überwacht. Eine junge Beamtin saß sogar in Zivil mit in der Prüfung. Als der Mann die ersten Fragen dank der ins Ohr übertragenen Antworten vorbildlich ankreuzte, kappten die Polizisten draußen die Verbindung. Irritiert durch das Ende der Übertragung klickte der Mann 95 Fehlerpunkte. - lnw

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