Hinweise französischer Sicherheitsbehörden

Erschossener Angreifer von Paris kam aus Recklinghausen

Ein Streifenwagen der Polizei steht am 10.01.2016 in Recklinghausen (Nordrhein-Westfale) vor der Asylbewerberunterkunft an der Herner Straße. Der am Donnerstag beim Angriff auf Pariser Polizisten erschossene Mann hat nach offiziellen Angaben in einer Asylbewerberunterkunft in Nordrhein-Westfalen gewohnt. Er lebte in einer Wohnung auf dem Gelände der Unterkunft in Recklinghausen, wie das nordrhein-westfälische Landeskriminalamt (LKA) am späten Samstagabend mitteilte. Foto: Marcel Kusch/dpa (zu dpa "Angreifer von Paris lebte in deutscher Asylbewerberunterkunft" vom 10.01.2016) +++(c) dpa - Bildfunk+++
+
Der Angreifer lebte in einer Flüchtlingsunterkunft in Recklinghausen.

[Update, 12.45 Uhr] Düsseldorf/Recklinghausen - Am vergangenen Donnerstag erschießen Polizisten in Paris einen Mann, der sie mit einem Schlachterbeil attackiert. Jetzt kommt heraus: Der Angreifer lebte in einer Flüchtlingsunterkunft in Recklinghausen. Dort soll er auch schon mal mit einer IS-Fahne posiert haben.

Der nach einem Angriff auf Polizisten in Paris erschossene Mann hat zuvor nach Behördenangaben in einer Asylbewerberunterkunft in Nordrhein-Westfalen gewohnt. Er habe in einer Wohnung auf dem Gelände einer Unterkunft in Recklinghausen gelebt, teilte das nordrhein-westfälische Landeskriminalamt in Düsseldorf mit. Der Bürgermeister der Stadt, Christoph Tesche (CDU), zeigte sich am Sonntag bestürzt und kündigte volle Zusammenarbeit mit den Behörden an.

"Sollten wir zu der Aufklärung des Sachverhalts durch das Landeskriminalamt (LKA) etwas beitragen können, werden wir das selbstverständlich unverzüglich tun", erklärte er laut Mitteilung. Mit Bestürzung habe er zur Kenntnis genommen, dass der Mann zeitweise in einer Recklinghäuser Asylunterkunft gelebt habe.

Am späten Samstagabend hatten Einsatzkräfte der Polizei die Wohnung unter Leitung des LKA durchsucht. Vorausgegangen seien konkrete Hinweise französischer Sicherheitsbehörden. Der Mitteilung zufolge ergaben sich nach bisherigen Erkenntnissen keine Hinweise auf weitere mögliche Anschläge. Weitere Einzelheiten nannte das LKA zunächst nicht. Am Sonntagnachmittag um 15 Uhr wollte der Behörde zur Sachlage noch einmal Auskunft erteilen.

Wie die "Welt am Sonntag" unter Berufung auf deutsche Sicherheitskreise schreibt, war der Mann in der Bundesrepublik unter vier Aliasnamen registriert, Asyl habe er unter dem Namen Walid Salihi beantragt. In einer Flüchtlingsunterkunft in Recklinghausen habe er im September 2015 das Zeichen des IS an die Wand gemalt. Die in Deutschland angegebenen Staatsangehörigkeiten waren der Zeitung zufolge mal syrisch, mal marokkanisch, mal georgisch. Der Mann sei dort zudem mehrfach polizeilich in Erscheinung getreten.

Nach Informationen des Nachrichtenportals "Spiegel Online" posierte der Mann in seiner nordrhein-westfälischen Flüchtlingsunterkunft mit einer IS-Fahne. Die Landesbehörden stuften ihn demnach als Verdachtsfall ein, doch im Dezember 2015 verschwand er spurlos aus Recklinghausen. - dpa

Lesen Sie dazu auch:

Pariser Polizei erschießt mutmaßlichen islamistischen Angreifer

Angreifer von Paris hatte Verbindung nach Deutschland

Pariser Angreifer soll zuvor in Deutschland gewesen sein

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare

Sabre_Hamm
(0)(0)

Durch die Berichterstattung in den letzten Tagen kann man leider leicht das Gefühl bekommen, dass Polizei und Justiz ausschließlich gegen rechte Demonstranten vorgehen (die das zwar auch verdient haben, aber egal). Wenn - ausgehend von den Medienberichten - Polizei, Justiz und auch große Teile der Politik bei "Problemen" mit Ausländern und Linken immer wegsehen kommt schnell Frust auf, der auch zu einem starken Rechtsruck führen kann.
Wenn keine der großen Parteien bald reagiert und offen auf die Bevölkerung zugeht und neben Floskeln wirklich etwas umsetzt, haben wir bei der nächsten Bundestagswahl die große Koalition aus AfD und NPD.
Oder aber es werden schnell alle Ausländer eingebürgert und die Sozialleistungen (für alle, die nicht Arbeiten wollen) erhöht, um den Linken und den Grünen die Wähler abzukaufen.

finde-die-wahrheit
(6)(0)

alles was das " ewig gestrige" Pack vor Monaten befürchtet hat ist eingetreten, aber auch alles

Angie schafft uns ab - gestern standen wir am Abgrund - heute sind wir schon einen Schritt weiter

Das sage ich euchAntwort
(2)(0)

Wie geht das ? Knast/straffällig bedeutet doch parallel eine erkennungsdienstliche Erfassung! Da werden normalerweise Fingerabdrücke und je nach Tatbestand sogar Speichelproben genommen. Ist da nie einer stutzig geworden ???