Partei-Ableger in NRW sucht Schauplatz für "Populistischen Aschermittwoch"

Nach Arnsberg sagt auch Werl nein zu AfD-Tagung

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Symbolbild

[Update 15.40 Uhr] Werl - Werl war ausgeschaut als Alternative für die Partei „Alternative für Deutschland“. Die wollte im Kraftwerk Relax eine Landestagung unter dem Schlagwort „Populistischer Aschermittwoch“ veranstalten.

Aber Kraftwerk-Besitzer Werner Severin schob dem Ansinnen einen Riegel vor, als er erfuhr, mit wem er es da zu tun hat. Sein „Nein“ sei alternativlos. Die AfD kündigte daraufhin am Nachmittag den Verzicht an.

Kaum hatte Renate Zillessen, Sprecherin des AfD-Landesverbands, auf Anfrage unserer Zeitung den Auswahlort Werl bestätigt, da regte sich auch schon Gegenwehr aus Werl. „Ich bin absolut dagegen, dass dort eine rechtsradikale Veranstaltung stattfindet“, sagt der Eigentümer der Veranstaltungsstätte, Werner Severin. Er machte deutlich, dass es mit ihm die Veranstaltung der AfD im Kraftwerk nicht geben wird. Severin zufolge seien er und sein Eventmanager Olli Thiele im Rahmen der Kontaktaufnahme „gelinkt“ worden. Bei der Anfrage seien keine Hinweise erfolgt, die auf eine Partei schließen ließen. Zudem sei auch noch kein Vertrag geschlossen worden, es habe lediglich eine Buchungsbestätigung gegeben.

Zur Not anwaltliche Klärung

Die juristische Relevanz dieser bisherigen Kontakte will Severin zur Not anwaltlich klären lassen. Seine Position zur AfD und ihren Plänen im Kraftwerk jedenfalls ist unmissverständlich: „Die Veranstaltung findet definitiv nicht statt“. Man habe Werl ausgesucht, da man in Arnsberg nach einigem Wirbel ausgeladen worden sei, sagt hingegen die Sprecherin der als rechtspopulistisch eingestuften Partei AfD. Es sei „Druck“ auf einen Festwirt der Arnsberger Festhalle ausgeübt worden; danach sei man dort ausgeladen worden, sagt Zillessen. Der Festwirt wiederum betont, dass er der AfD abgesagt habe, weil andere Veranstalter im Zuge der Debatten abgesprungen seien. „Darauf habe ich reagiert.“

Eigentlich sei die Tagung als Kreis- und Bezirksveranstaltung gedacht gewesen; erst durch den Protest gegen die AfD habe sich der NRW-Landesverband hinter die Tagung am 10. Februar gestellt, so die Afd-Sprecherin. „Wir wollen uns unser Recht nicht nehmen lassen und das deutlich zeigen“. Es sei nicht korrekt, einer politischen Organisation „die Räume zu nehmen“. Und sie erinnert an Schüsse auf die AfD-Geschäftsstelle in Arnsberg, die Anfang der Woche Schlagzeilen machten.

Tagung nun im Kölner Raum

Am Nachmittag erklärte der AfD-Vorsitzende des Kreisverbands Hochsauerlandkreis den Verzicht auf die Tagung in Werl. Diese werde „auf jeden Fall“ stattfinden, aber nun im Kölner Raum, vielleicht in Euskirchen. „Im Arnsberger Raum macht das keinen Sinn, da die Menschen hier Angst haben“, sagt André Monkol. Daher poche man nicht auf die Buchung im Kraftwerk. Er betont aber, dass man mit offenen Karten gespielt habe. „Wir haben in Werl gesagt, wer wir sind und was wir planen.“ Das könne man auch belegen.

Beim „Populistischen Aschermittwoch” der AfD NRW in Kooperation mit dem AfD Kreisverband Hochsauerland und dem AfD Bezirksverband Arnsberg sollen viele Redner auftreten. Neben Jürgen Antoni, Fraktionssprecher der AfD-Fraktion im Arnsberger Rat, sind auch die NRW-Doppelspitze Marcus Pretzell und Martin E. Renner sowie Dirk Driesang vom AfD-Bundesvorstand in Werl angekündigt. Dabei wollte die Partei auch genau wissen, wer als Zuhörer kommt: Interessenten sollten sich vorher verbindlich anmelden.

 

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