Bochumer Brauchtum an Rosenmontag

Innenministerium lehnt Verbot von Gänsereitervereinen ab

Ein Reiter versucht in Bochum vom Pferd aus einer toten Gans den Kopf abzureißen. Ins Ruhrgebiet soll das Gänsereiten im 16. und 17. Jahrhundert durch spanische Soldaten gekommen sein.
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Ein Reiter versucht in Bochum vom Pferd aus einer toten Gans den Kopf abzureißen. Ins Ruhrgebiet soll das Gänsereiten im 16. und 17. Jahrhundert durch spanische Soldaten gekommen sein.

Düsseldorf/Bochum - Das NRW-Innenministerium hat eine Eingabe der Tierschutzpartei zurückgewiesen, mit der sie ein Verbot von zwei Bochumer Gänsereitervereinen erreichen wollte.

Beim Gänsereiten wird bei den Vereinen in Höntrop und Sevinghausen eine zuvor getötete Gans an den Füßen zwischen zwei Bäumen aufgehängt. Mehrere Reiter versuchen dann, ihr im Galopp den Kopf abzureißen. Abgehalten wird der Brauch jährlich am Rosenmontag. 

Die Tierschutzpartei hatte ihre Eingabe damit begründet, dass es beim Gänsereiten "einzig und allein um den Unterhaltungswert von erheblichen Gewaltszenen, hier das Abreißen eines Kopfes von einem (Tier-)Körper" gehe. 

Die Partei hofft nun darauf, dass die Vereine von sich aus auf Attrappen umsteigen. Das jedoch lehnen die Clubs aus Höntrop und Sevinghausen ab. Das Gänsereiten habe schließlich eine jahrhundertelange Tradition, erklärte Sprecher und Rechtsanwalt Achim Hehrs am Freitag. - dpa

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