Festnahmen in Lünen und Dortmund

Brutaler Raubüberfall in Bayern: Täter aus Westfalen

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DORTMUND - Nach einem brutalen Raubüberfall auf ein Ehepaar in dessen Wohnhaus im oberbayerischen Rottach-Egern am 8. Januar 2014 haben intensive Ermittlungen der "EG Villa" und der Münchner Staatsanwaltschaft zur Festnahme von zwei Tatverdächtigen in Lünen und Dortmund geführt.

Die kriminaltechnischen Untersuchungen am Institut für Rechtsmedizin in München brachten vor wenigen Tagen den Durchbruch für die Ermittler, die in enger Zusammenarbeit mit der Dortmunder Polizeibehörde die beiden Männer am 22. Oktober 2014 festnehmen konnten, wie die Polizei am Donnerstag mitteilte.

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Bericht vom Januar 2014

Zum Fall: Zwei maskierte Männer waren am späten Abend des 8. Januar in das Wohnhaus des Ehepaares eingedrungen, hatten diese geschlagen, ausgeraubt und gefesselt zurückgelassen. Die beiden Opfer mussten knapp 16 Stunden in ihrer Notlage ausharren, ehe ein glücklicher Umstand deren Rettung ermöglichte. Die beiden Senioren erlitten bei dem Überfall erhebliche körperliche und psychische Verletzungen. Die Täter flüchteten zunächst mit dem Auto des Ehepaars und ließen dieses auf einem Parkplatz in Tegernsee zurück. Die Männer erbeuteten neben hochwertigen Uhren und Familienschmuck auch mehrere kostbare Porzellanfiguren. Der Gesamtwert der geraubten Gegenstände dürfte weit mehr als 1 Million Euro betragen.

14-köpfige Ermittlungsgruppe eingerichtet

Zur Klärung des brutalen Raubüberfalls wurde bei der Kriminalpolizei Miesbach die bis zu 14-köpfige Ermittlungsgruppe "Villa" eingerichtet. Nach sechs Monaten intensiver Ermittlungsarbeit waren Anfang Juli 80 Spurenkomplexe in enger Zusammenarbeit mit dem Institut für Rechtsmedizin und dem bayerischen Landeskriminalamt ausgewertet worden. Zahlreiche weitere befanden sich allerdings zu diesem Zeitpunkt noch in Bearbeitung. Vom Landeskriminalamt wurde eine Belohnung in Höhe von 5000 Euro ausgesetzt. Die Auslobung erhöhte eine Privatperson auf die bundesweit einzigartige Summe von 250.000 Euro - zum einen für Hinweise, die zur Ergreifung des Täters führen, zum anderen zur Wiederbeschaffung der gestohlenen Porzellanfiguren.

DNA-Abgleich gab Hinweis zu Lünener

Den entscheidenden Durchbruch brachte die akribische Untersuchung der Bekleidung des Opfers durch das Institut für Rechtsmedizin. Hierbei konnte eine zweifelsfreie DNA-Spur gesichert werden. Nachdem alle berechtigten Personen ausgeschlossen wurden, ergab der Abgleich in der bundesweiten DNA-Datenbank den Hinweis zu einem 48-jährigen Mann aus Lünen.

Die enge Zusammenarbeit der bayerischen und nordrhein-westfälischen Behörden führte schließlich am 22. Oktober zum Erfolg. Dank der großzügigen logistischen und personellen Unterstützung der Dortmunder Polizei wurden zwei deutsche Staatsangehörige im Rahmen einer bundesweiten Durchsuchungsaktion, bei der knapp 120 Polizeibeamte und fünf Staatsanwälte zeitgleich insgesamt acht Objekte in Dortmund (5), Hagen, Hamburg und Rottach-Egern überprüften, im Großraum Dortmund festgenommen. Dabei handelt es sich um den bereits erwähnten Tatverdächtigen aus Lünen sowie einen 55-jährigen Mann aus Dortmund.

Ermittlungen wegen versuchten Mordes und schweren Raubes

Desweiteren wurde ein großer Teil der entwendeten Porzellanfiguren sowie Gegenstände, die möglicherweise mit der Tatausführung in Zusammenhang stehen, aufgefunden und sichergestellt. Der Verdacht gegen einen 51-jährigen Mann aus Nordrhein-Westfalen, der am 22. Oktober auf der Autobahn München-Stuttgart bei Burgau vorläufig festgenommen wurde, hat sich nicht bestätigt.

Die Ermittlungen in Zusammenhang mit dem brutalen Überfall werden von der Staatsanwaltschaft München II wegen versuchten Mordes und schweren Raubes geführt. Die beiden festgenommenen Männer wurden unverzüglich dem Ermittlungsrichter vorgeführt. Dieser hat gegen die beiden Tatverdächtigen die Untersuchungshaft angeordnet.

Mit der Festnahme der beiden Männer ist die Arbeit der Ermittlungsgruppe "Villa" bei weitem noch nicht beendet. Zum einen gilt es, die Tatbeteiligung der festgenommenen Männer zu klären, zum anderen die gesicherten Asservate der kriminaltechnischen Untersuchung zuzuführen und anschließend mit den Angaben der Zeugen abzustimmen. Daraus entstehenden Ermittlungsansätze sind zu überprüfen und der Sachverhalt beweiskräftig aufzuklären. - WA

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