Fanshop-Angestellte klagt

FC Bayern wegen Videoüberwachung im Centro vor Gericht

+
Die Eröffnung des Oberhausener FC-Bayern-Fanshops mit Mario Götze war glanzvoll – die Gegenwart ist es weniger.

Oberhausen - Das wird ein unangenehmes Auswärtsspiel für den FC Bayern: Der Rekordmeister muss sich am Donnerstag vor dem Arbeitsgericht Oberhausen mit der Klage einer Kassiererin des FC-Bayern-Fanshops im Centro auseinandersetzen.

Die Frau wehrt sich gegen die Video-Überwachung der Mitarbeiter, wie ihr Anwalt Christian Nohr am Mittwoch berichtete: Die Kameras hingen auch in den Sozialräumen, „wo die Frauen oft nur leicht bekleidet zu sehen sind“, etwa, wenn sie ihre Trikots für die Arbeit im Fanshop anziehen, so Nohr. 

Die Bilder würden aus Oberhausen direkt nach München gesendet – ein Unding, wie der Anwalt beklagte: „Die Überwachung im Sozialraum ist nicht erlaubt“, sagt er. Vom FC Bayern verlangt die Angestellte nun, dass die Kameras abmontiert und alle Bilder gelöscht werden.

15.000 Euro Schmerzensgeld gefordert

Dazu will sie ein Schmerzensgeld in Höhe von 15.000 Euro erstreiten. Bei einem ersten Termin hatte der FC Bayern bereits eine Niederlage in Abwesenheit einstecken müssen. Den Termin am 6. Januar hatten die Münchner in Oberhausen versäumt – „wohl weil man da in Bayern Dreikönig feierte“, wie Anwalt Nohr sagte. 

Gegen das ergangene Versäumnisurteil legte der FC Bayern Einspruch ein, über den nun heute verhandelt wird. 

Anderer Fanshop-Fall endet in Abfindung

In einem anderen Fanshop-Streitfall hatten die Bayern bereits am Dienstag zahlen müssen, berichtete Nohr. 

Dabei ging es um den ehemaligen Filialleiter, dem die Bayern fristlos gekündigt hatten. Aus Sicht des Mannes, weil er vorgeschlagen hatte, angesichts der „miesen Stimmung im Fanshop“ einen Betriebsrat zu gründen. 

Aus Sicht der Bayern, weil es Unregelmäßigkeiten bei einer Inventur und Schikanen von Mitarbeitern gegeben habe. Beide Parteien einigten sich auf einen Vergleich, sagte Nohr. 

Der Kläger habe eine „fürstliche Abfindung“ erhalten. Der FC Bayern wollte am Mittwoch auf Nachfrage keine Stellungnahme zu den Fällen abgeben.

Mehr zum Thema

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare