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Mädchen (5) tot in der Saale gefunden

Mädchen in der Saale ertrunken - Bruder vermisst

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Weißenfels - Ein fünfjähriges Mädchen ist am späten Samstagabend tot in der Saale in Weißenfels (Sachsen-Anhalt) aufgefunden worden. Ihr Bruder gilt als vermisst.

© Jens Schlueter/dapd

Die Einsatzkräfte suchen nach dem Bruder des ertrunkenen Mädchens.

Nach dem Fund einer toten Fünfjährigen in der Saale in Weißenfels im südlichen Sachsen-Anhalt läuft die Suche nach ihrem vermissten sechs Jahre alten Bruder auf Hochtouren. Laut Polizei gibt es keine Hinweise auf ein Verbrechen. Alles deute auf einen Unfall hin. Am Sonntagabend nahmen mehr als 500 Menschen mit einem Gottesdienst Anteil am Schicksal der Familie. Vor dem Altar der Marienkirche hatten sie unzählige Kerzen entzündet und Plüschtiere niedergelegt.

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Die Mutter hatte ihre beiden Kinder laut Polizei am Samstagnachmittag um 15.50 Uhr als vermisst gemeldet, nachdem diese nicht vom Spielen zurückgekommen waren. Am Samstagabend wurde das Mädchen tot vor einem Wehr an einem Einlass zu einem Wasserkraftwerk entdeckt. Von ihrem Bruder fehlte bis Sonntagabend noch jede Spur. Die Suche nach dem Schüler auf der Saale, am Ufer und in angrenzenden Wäldern und Parks wurde bis in die Dunkelheit weiter fortgesetzt.

Mehr als 300 Retter im Einsatz

„Wir haben die Hoffnung nicht aufgeben, ihn noch lebend zu finden“, sagte Revierleiter Mario Schwan am Sonntag in Weißenfels. „Wir suchen weiter und wollen Gewissheit haben“, fügte Oberbürgermeister Robby Risch (parteilos) hinzu. Am Sonntag waren 174 Kräfte von Polizei, Feuerwehr, Deutscher Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) und Technischem Hilfswerk (THW) im Einsatz, am Samstag waren es 146, wie Schwan weiter sagte. Rettungshundestaffeln kamen aus Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen, Boote und Hubschrauber wurden eingesetzt.

Die Saale wurde am Sonntag nach Angaben der Rettungskräfte von Weißenfels bis ins 44 Kilometer flussabwärts gelegene Halle sowohl aus der Luft als auch von Booten aus abgesucht. Auch Sonartechnik und Tauchroboter wurden eingesetzt, weil der Fluss stellenweise noch von einer 20 Zentimeter dicken Eisschicht bedeckt ist. Mit einem sogenannten Wasserhund befuhren Einsatzkräfte der DLRG in einem Boot die Saale. Solche Hunde können den Angaben zufolge spezifische Geruchsspuren aus dem Wasser aufnehmen.

Kreisbrandmeister Hans Schubert sprach vom größten Einsatz in seinen neun Dienstjahren als Chef der Feuerwehr im Burgenlandkreis. Gegen solch ein Unglück mit Kindern sei „ein Unfall auf der Autobahn nichts“, sagte er. Sollte der Junge ins Wasser gefallen sein, sei die Überlebenschance sehr gering. Das Wasser der Saale hat aktuell eine Temperatur von vier Grad. Spezialisten wollten noch die Fließgeschwindigkeit des Flusses errechnen.

"Ich weiß nicht, welche Ängste das Kind hat“

Möglich sei auch, dass der Junge sich aus Angst und Schuldgefühlen versteckt halte. Polizeisprecher Jörg Bethmann sagte, wenn der Junge gesehen habe, wie seine Schwester in den Fluss gestürzt sei, könnte er das Unglück auf sich selbst beziehen und denken, dass er Schuld daran trage. „Ich weiß nicht, welche Ängste das Kind hat“, sagte er.

Einen für Sonntag geplanten Karnevalszug hatte die Stadt Weißenfels am Vormittag abgesagt. Auch ein für Montag geplanter Schulfasching wurde abgesetzt.

Die Mutter der beiden Kinder wird nach Angaben der Rettungskräfte medizinisch und psychologisch betreut. Die Kinder haben den Angaben zufolge noch drei ältere Geschwister. Der Junge besucht die erste Klasse einer Grundschule, die Schwester ging in eine Kindertagesstätte.

Mutter hat sich um Kinder gesorgt

Bürgeramtsleiter Maik Trauer sagte, die Kinder kämen aus „einfachen sozialen Verhältnissen“. Die Mutter habe sich stets um ihre Kinder bemüht und gesorgt. Wieso das fünfjährige Mädchen und ihr ein Jahr älterer Bruder nur mit leichten Sachen bekleidet waren, war zunächst noch unklar. Die Polizei wollte dazu keine weiteren Details nennen. Die Eltern lebten getrennt. Der Vater wohne unweit der Kinder.

Auf die Andacht am Abend hätten die Bürger der Stadt via Internet gedrungen, sagte der Oberbürgermeister. Auch Einwohner hätten sich in der Nacht zum Sonntag über die Netzwerke organisiert und mit Taschenlampen an der Suche beteiligt. Risch fügte hinzu, in einer Zeit der gefühlten sozialen Kälte sei es wohltuend, wie viele Menschen sich solidarisch mit der Familie zeigten.

dpa/dapd

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