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Neonazi-Projekt in Dortmund schlägt Wellen

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DORTMUND ▪ Rechtsextremistisch motivierte Gewalttaten in Dortmund beherrschen immer wieder die Schlagzeilen. Doch im Umgang mit gewalttätigen Neonazis prallen derzeit in der Westfalen-Metropole Welten aufeinander.

Ausgerechnet unter dem nach rechter Propaganda klingenden Titel „Dortmund den Dortmundern – Wem gehört die Stadt?“ plant der in Dortmund ansässige Veranstalter „multilateral acedamy gGmbH“ mit großem finanziellen Aufwand ein Begegnungsprojekt mit jungen Neonazis. Und das mit freundlicher Unterstützung des Bundesfamilienministeriums, das die Veranstaltung finanziell fördern will. Für drei Jahre sind rund 164 000 Euro beantragt. Bereits bewilligt wurden weitere knapp 82 000 Euro vom Landesjugendamt NRW. Ein Drittel der Gesamtsumme soll in Personalkosten fließen, zwei Drittel sind für „Sachkosten“ vorgesehen, so das Ministerium.

Dabei steuert die Polizei in Dortmund seit Januar 2012 einen neuen, harten Kurs gegen Neonazis. Eine 50-köpfige Sondereinheit wurde gebildet mit der klaren Ansage, Rechtsextremisten „deutlich auf die Füße zu treten und ihnen das Leben hier sehr unbequem und unattraktiv zu machen“, wie Polizeipräsident Norbert Wesseler ankündigt hatte.

Grundidee des Dortmunder Modellprojekts ist es, eine Auseinandersetzung mit dem harten Kern der rechtsextremen Dortmunder Szene zu führen. Dazu sollen 30 militante Neonazis mit 30 demokratisch überzeugten Jugendlichen über die Zukunft Dortmunds diskutieren. Das Ziel: die menschenverachtende, rassistische und diskriminierende Ideologie der rechtsextremen Szene soll entlarvt und die Ausstiegsmotivation bei den Neonazis erhöht werden. So sieht man es auch im Bundesfamilienministerium. „Jugendliche dürfen nicht aufgegeben werden – auch dann nicht, wenn sie Kontakt in die extremistische Szene haben“, sagte Ministeriumssprecherin Charlotte Cary von Buttlar.

Stadt vermisst tragfähiges Konzept

Die Stadt Dortmund, die anfangs mit im Boot war, hat sich längst wieder aus dem Projekt verabschiedet: Es gebe kein „tragfähiges pädagogisches Konzept“, sagte Pressesprecher Udo Bullerdieck. Es müsse schon sichergestellt sein, dass nicht 30 Neonazis in das Projekt starten und am Ende 35 herauskämen.

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