Fünf Millionen Dollar sind weg. Verschwunden. Bei einem undurchsichtigen Geschäft mit Shrimps entwendet worden von zwei gerissenen Geschäftsleuten. Andrew Tam ist verzweifelt: Er hat den Deal finanziert. Wenn er die Millionen nicht zurückbekommt, ist der Unternehmer aus Hongkong ruiniert. Zum Glück kennt er „Onkel“, der seine beste Geldeintreiberin auf den Fall ansetzt: Ava Lee. Sie soll alles auftreiben, die Dollar und „Die Wasserratte von Wanchai“.

Ian Hamilton ▪
Von Ralf Stiftel
Zumal Ava Lee keine graue Schreibtischmaus ist: „Sie betrachtete sich im Spiegel: 1,62 Meter groß, um die 52 Kilo, schlank, nicht zu dünn. Beine und Po waren dank Jogging und Bak-Mei-Training wohlgeformt. Sie hatte für eine Chinesin ungewöhnlich große Brüste, sodass sie keinen Wonderbra brauchte.“ Sie weiß nicht nur mit Telefon, Konten und schwierigen Beamten umzugehen. Sie darf auch ihre exzellenten Kampfsport-Talente einsetzen bei bösen Jungs, die sie am Strand überfallen wollen. Dass sie zudem Lesbe ist, stellt Hamilton nicht zu sehr in den Vordergrund.
Dafür lernt der Leser zusätzlich einiges über komplizierte Familienverhältnisse und chinesische Sitten – schließlich ist Ava Lees Mutter Zweitfrau von Avas Vater, was harmonische Beziehungen nicht ausschließt. Die Mischung aus modernem Finanzwesen, schillernder Exotik und wohldosierter Action überzeugt.
Ian Hamilton: Die Wasserratte von Wanchai. Deutsch von Simone Jakob. Verlag Kein & Aber, Zürich. 427 S., 19,90 Euro



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