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Zweite Runde von „Rent aStudent“ / Auch Schüler aus Drensteinfurt „machen fast alles“

Schweißtreibend bis skurril

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DRENSTEINFURT/HILTRUP ▪ Wenn das Ende der Schullaufbahn in Sicht ist, machen sich die Abiturienten nicht nur vermehrt Gedanken über mögliche Studiengänge und Ausbildungen, sondern besonders auch über einen fulminanten Abschluss für die 13 Jahre, die es die Schulbank zu drücken galt.

Beim sogenannten Abiball sollen Verwandte und Freunde gemeinsam den hoffentlich erfolgreichen Abschluss der Schüler feiern und das in angenehmen Ambiente, bei gutem Essen und qualitativ hochwertiger musikalischer Beschallung. „Insgesamt brauchen wir dafür 20 000 Euro“, erklärt Carsten Hohmann aus Stewwert, der als Stufensprecher des 13. Jahrgangs des Kardinal-von-Galen-Gymnasiums in Hiltrup die Finanzplanung seiner Stufe in die Hand genommen hat.

Auf die Frage wie 111 Schüler eine derart galaktische Summe innerhalb von wenigen Monaten zusammenkratzen sollen, fanden die Gymnasiasten aus Drensteinfurt und Hiltrup eine recht außergewöhnliche Antwort: „Rent a Student!“ („Mieten Sie sich Ihren Schüler!“) lautet die Patentlösung, mit der die Stufe seit vergangenem Herbst schon 2 000 Euro erzielen konnte. Die Art der Arbeit reichte bei den 60 bislang angenommenen Aufträgen von schweißtreibend bis skurril.

Ein Chemieprofessor habe sich beispielsweise zwei Schüler für die Durchführung einiger Experimente gebucht, ein anderes Mal war beim Aufbau eines Ikea-Regals eher handwerkliches Geschick gefragt. „Eine ältere Dame wollte zum Beispiel, dass wir lateinische Texte von Alexander dem Großen aus alten Büchern übersetzen“, erinnert sich Hohmann an den wohl ungewöhnlichsten Arbeitsauftrag. Zum Glück seien einige Schüler der Stufe dem lernaufwändigen Fach Latein bis zum Schluss treu geblieben. Deshalb setzte auch diese Aufgabe dem Bestreben der Schüler keine Grenzen und der älteren Dame konnte geholfen werden.

Gerade weil eine Lehrerin die Schüler ursprünglich auf die Idee der Mietaktion gebracht hat, verfolgt natürlich auch das Lehrerpersonal der Hiltruper Schule die Bemühungen ihrer Schützlinge mit vermehrtem Interesse. „Zehn Lehrer haben uns schon gebucht. Bei denen mussten wir dann Bügeln und beim Umzug helfen“, weiß Hohmann.

Neben den eher ungewöhnlichen Fällen, scheuen sich die 18 bis 20-Jährigen jedoch auch nicht, sich die Hände schmutzig zu machen. „Meistens sollten wir natürlich Fenster putzen, Rasen mähen, Wände streichen oder bei Renovierungsarbeiten helfen“, erinnert sich der Stewwerter und fasst zusammen: „Wir machen fast alles.“ In den kommenden drei Wochen geht das Erfolgsprojekt in die zweite Runde, um die Stufenkasse noch einmal ordentlich zu füllen. Acht Euro pro Stunde verlangen die jungen Erwachsenen für ihre Bemühungen.

Den kommenden Abiturjahrgängen kann Hohmann nur empfehlen, es der aktuellen Stufe gleich zu tun und das „Rent a Student“-Projekt fortzusetzen. „Bei unseren kommenden Aufträgen wird uns wahrscheinlich die Lokalzeit Münsterland vom WDR begleiten“. Dann werden die kuriosen Erlebnisse der Schüler auch im Fernsehen zu sehen sein. cpl

Interessierte, die sich Schüler „mieten“ wollen, können sich per E-Mail an kvg-jgst13@gmx.de oder unter Telefon 0177/2 49 12 54 melden. Die Schüler weisen darauf hin, dass ihr „Stufentelefon“ erst nachmittags nach Schulschluss besetzt ist.

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