DRENSTEINFURT ▪ „ Mit Esoterik oder Hokus-Pokus hat das Ganze nichts zu tun“, sagt Janina Eidecker. Die 29-Jährige aus Drensteinfurt wohnt und arbeitet in Drensteinfurt als Tierheilpraktikerin. Und das macht sie nebenberuflich nach einem acht Stunden Tag als Sekretärin. Spaß macht ihr die Arbeit trotzdem.

„Ich war schon immer tierlieb und suchte ein zweites Standbein. Die Idee, als Tierheilpraktikerin zu arbeiten, habe ich über meine Mutter bekommen. Sie arbeitet als Heilpraktikerin für Menschen“, erzählt Eidecker. Ende 2008 absolvierte sie in Münster eine zweijährige Ausbildung mit Abschlussprüfung vor der Kooperation der Tierheilpraktiker-Verbände. Seit dieser Zeit ist sie Mitglied in dem 1931 gegründeten Verband der Tierheilpraktiker Deutschlands. „Leider gibt es zurzeit keine gesetzlichen Regelungen, die die Ausbildung zum Tierheilpraktiker regeln. Aus diesem Grund weisen die Qualifikationen der Tierheilpraktiker oft große Unterschiede auf.“ Da der Beruf nicht geschützt ist, könne fast jeder als Tierheilpraktiker arbeiten, ohne eine fundierte Ausbildung genossen zu haben und dies sei problematisch.
Spezialisiert hat sich die Stewwerterin auf Kleintiere und Pferde: „Am liebsten arbeite ich mit Hunden und Pferden zusammen. Katzen habe ich zwar auch als Patienten, aber die sind oft sehr widerspenstig“, so die Tierheilpraktikerin lachend. Dabei setzt sie hauptsächlich auf die klassische Homöepathie und das Verfahren der Bioresonanz. Dabei wird das Tier auf eine Decke gelegt und mit Detektoren untersucht. Die Messergebnisse werden dann mit Listen verglichen. „Dann schaue ich, welche Medikamente verabreicht werden sollten oder auch, ob vielleicht im Futtermittel der Tiere etwas im Argen liegt.“ Kürzlich bekam sie eine Anfrage vom Besitzer eines Koi-Karpfens. „Das Tier war ganz lethargisch, aber da konnte ich nicht helfen. Ich habe ihn an eine Kollegin weiter vermittelt, die sich als Tierheilpraktikerin auf Koi-Karpfen spezialisiert hat.“
Sie würde sich freuen, wenn die Scheu bezüglich Tierheilpraktikern noch mehr verloren ginge. „Natürlich sind viele zunächst skeptisch, wie bei allem, was neu und fremd ist.“ Sie höre sehr oft den Einspruch, dass man an Homöopathie auch glauben muss, damit sie auch wirkt. „Aber dann entgegnete ich immer, dass das ja der Hund nicht machen kann und es hilft trotzdem.“ Sie selbst hat keine Haustiere. „Ich fahre nach Feierabend zu den Leuten nach Hause. Für ein eigenes Tier bleibt da keine Zeit. Und es wäre sicherlich nicht schön, wenn ich anderen helfe, aber mein eigenes Tier vernachlässigen müsste.“ Allerdings hat sie ein Pflegepferd und reitet zweimal die Woche. Auch wenn ihr Nebenberuf sehr zeitintensiv ist, bereut die Stewwerterin es nicht, den Schritt getan zu haben. „Mir bereitet die Arbeit große Freude. Andere gehen nach der Arbeit ins Fitnessstudio und ich bin froh, dass ich mit Tieren arbeiten kann.“
Weitere Infos zur Tierheilpraktikerin unter Telefon 0171/3511282 oder unter http://www.thp-eidecker.de ▪ osi
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