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Module lassen sich nicht abschalten

Photovoltaikanlagen bergen im Brandfall hohes Risiko

117.07.10|Werne|Werne|
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Artikel: Photovoltaikanlagen bergen im Brandfall hohes Risiko

WERNE ▪ Immer mehr Landwirte statten ihre Scheunendächer derzeit mit Photovoltaikanlagen aus. Die Module produzieren sauberen Strom und sind zudem äußerst rentabel.

Die Brandschützer aus Werne haben einen Überblick über die größten Anlagen. ▪

© Hillebrand

Die Brandschützer aus Werne haben einen Überblick über die größten Anlagen. ▪

Doch bundesweit sorgen die Anlagen in Feuerwehrkreisen für Zündstoff, denn sie haben einen entscheidenden Nachteil: Im Brandfall können die Photovoltaikanlagen auf dem Dach zur tödlichen Gefahr für die Brandschützer werden: „Die Module lassen sich nicht abschalten. Sie produzieren Strom, auch bei bewölktem Himmel oder bei Mondschein. Selbst die Ausleuchtung der Einsatzstelle reicht zum Teil schon aus, um die Anlage in Gang zu setzten“, erklärt Thomas Temmann, Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Werne die Problematik. Richten die Brandschützer im Ernstfall beispielsweise ihren Löschwasserstrahl auf eines der Module, könne es zu tödlichen Stromschlägen kommen.

„Die Photovoltaikanlagen produzieren Gleichstrom und somit Spannungen von bis zu 900 Volt“, so der Wehrführer. Aus einem gewissen Sicherheitsabstand könne das Feuer zwar bekämpft werden, ob dies im Einzelfall aber möglich sei, müsse dann letztlich vor Ort entschieden werden.

Ein Abdunkeln der Anlage mit Schaum sei keine Alternative, da Thermik und Wind in der Regel einen gezielten Einsatz verhindern. Auch sei die Oberfläche der Module Schmutz abweisend. Dadurch rutsche der Schaum in der Regel von der Anlage. Zudem seien die Platten selbst brennbar. Daraus können für die Einsatzkräfte vor Ort weitere Gefahren beispielsweise durch Atemgifte entstehen. Auch könne es gerade bei großen zusammenhängenden Modulen dazu kommen, dass die brennbaren Platten die einzelnen Brandabschnitte überbrücken. Zusätzlich ergeben sich weitere Gefahren durch möglicherweise herabfallende Teile. Oftmals sei den Feuerwehrleuten auch der Zugang zum Brandherd versperrt, weil gerade qualitativ hochwertige Module zu einem Hitzestau unter dem Dach führen können.

„Damals, als die Anlagen aufkamen, hat man sich keine Gedanken über diese Problematik gemacht. Mittlerweile sind uns die Gefahren brennender Photovoltaikanlagen hinreichend bekannt, auch wenn wir bisher noch nicht zu einem solchen Einsatz gerufen wurden“, erklärt Temmann.

In verschiedenen Vorträgen seien seine Männer über das Gefahrenpotential solcher Anlagen aufgeklärt worden. „Wir haben uns einen Überblick über die größeren Photovoltaikanlagen im Ausrückbereich verschafft,“ erläutert Temmann.

Solange sich keine Personen in einem brennenden Gebäude befinden, bestehe zudem auch die Alternative diese kontrolliert abbrennen zu lassen und die Nebengebäude zu schützen. Schließlich gehe es im Falle des Falles auch darum, die eigenen Kameraden vor möglichen Gefahren zu schützen. ▪ wes

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