WERNE ▪ Die Sekundarschule geht zum Schuljahr 2012/13 vermutlich fünf- statt bislang geplant vierzügig an den Start. Grund ist die hohe Eltern-Nachfrage. So hatten jüngst 75 Eltern von Viertklässlern erklärt, ihr Kind dort „ganz bestimmt“ anmelden zu wollen, 87 gaben „eher ja“ an.

© Eickmann
Noch vor Weihnachten wird auf der Baustelle des Schulzentrums Richtfest gefeiert. ▪
Diese Zahlen nannte Schuldezernentin Elke Kappen am Donnerstag im Schulausschuss, und sie schloss nicht aus, eine Sechszügigkeit beim Land zu beantragen, falls dies nötig werde. Angesichts des eindeutigen Eltern-Votums empfahlen die Mitglieder des Ausschusses dem Rat einstimmig, die Errichtung der Sekundarschule am Standort Bahnhofstraße in seiner Sitzung am kommenden Mittwoch (17.30 Uhr; Altes Rathaus) endgültig zu beschließen. In der vergangenen Sitzungsrunde war die Verwaltung lediglich damit beauftragt worden, die Vorbereitung hierfür zu treffen.
Die Elternbefragung hatte einen Rücklauf von mehr als 90 Prozent. 525 Fragebögen waren ausgefüllt worden, auch von Drittklässler-Eltern. Für die Errichtung einer Sekundarschule müssen mindestens 75 Anmeldungen vorliegen; diese Quote wird vermutlich deutlich überschritten, auch wenn die Stadt die 87 Eher-ja-Nennungen vorsichtshalber nur zur Hälfte wertet. Eine weiteres interessantes Ergebnis: Eine deutliche Mehrheit hat sich für einen Nachmittagsunterricht bis 15 Uhr ausgesprochen.
Laut des Eckpunkte-Papiers für das pädagogische Konzept lernen die Schüler der Klassen fünf und sechs gemeinsam, dann wird „teilintegriert“ unterrichtet, sprich: gemeinsam bis zur Klasse zehn mit differenzierten Grund- und Leistungskursen in den Kernfächern Deutsch, Englisch, Mathematik und in den Naturwissenschaften.
Nach Ansicht Kappens ist die Sekundarschule in Werne keine „umetikettierte Hauptschule“. Bei zurückliegenden Befragungen von Eltern sei die Zahl derer, die ihr Kind auf eine Gesamtschule hätten schicken wollen, stets groß gewesen. Kappen: „Wir können von einer heterogenen Schülerschaft ausgehen“.
Was die Schulträger in den benachbarten Kommunen angehe, so gebe es bislang keine Einwände gegen die Pläne in Werne, so die Dezernentin. Hamm, Bergkamen, Lünen und Ascheberg hätten dies bereits schriftlich mitgeteilt, auf Reaktionen aus Selm und Nordkirchen warte man noch.
Wenn der Rat die Sekundarschule am Mittwoch abschließend auf den Weg bringt, beschließt sie die jahrgangsweise Auflösung der Hauptschule am Windmühlenberg und der Realschule. In beiden Schulkonferenzen seien die Planungen zur Sekundarschule unterstützt worden, betonte Kappen, wenngleich von der Realschule das Signal gekommen sei, die Errichtung um ein Jahr zu verschieben, damit nicht zeitgleich drei Schulen ins neue Schulzentrum einzögen. Kappen räumte ein, dass es bei Schulstart zu „Geruckel“ kommen könne, den auslaufenden Einrichtungen bescheinigte sie, gute Arbeit zu leisten und sicherte ihnen eine „optimale Versorgung“ zu.
Vertreter der Parteien werteten die Errichtung der Sekundarschule als „Meilenstein“ und „großen Schritt“. Sie dankten der Verwaltung für ihre „hervorragende Arbeit“ und auch den Eltern, die engagiert ihre Meinung bekundet und so dazu beigetragen hätten, dass es zu keinen „bildungspolitischen Schlammschlachten“ gekommen sei. Großes Lob gab es zugleich für die Arbeit von Haupt- und Realschule. Man werde Sorge tragen, dass sich Schüler und Lehrer dort nicht fühlen müssten, als stünden sie auf dem Abstellgleis, und sicherte weiter Unterstützung zu.
Laut Kappen steht vermutlich im April fest, wer an der neuen Sekundarschule unterrichtet. Dann würden die Eltern der künftigen Schüler zu einer Info-Veranstaltung eingeladen. Was den Neubau des Schulzentrums angehe, so könne vermutlich noch vor Weihnachten Richtfest gefeiert werden, so die Dezernentin. Ein genauer Termin ließe sich aber noch nicht festmachen. Auch werde sie sich frühestens nach Ende der Frostperiode, frühestens im Februar, dazu äußern, ob der geplante Einzugstermin zum Schuljahres-Beginn gehalten werden kann. J am
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