129.07.10|Werne|Werne|
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WERNE ▪ Feuerwehrmann Axel Kersting kämpft sich durch eine dichte Nebelwand. Eine Axt in der einen, eine Lampe in der anderen Hand, kriechen er und sein Kollege auf allen Vieren durch den Raum. „Hallo, ist da jemand?“ nuschelt er durch die schwere Atemmaske. – Keine Antwort.

Feuerwehr Übung bei Böcker. Foto von Lehmden
Zwei Personen werden vermisst. Während die beiden die erste Etage absuchen, sind die Kameraden im Erdgeschoss aktiv. Laut Übungsszenario wurde eine Person von einem Stahlträger eingeklemmt. Ein Druckabfall in der stationären Stickstoffanlage der Firma Böcker erschwert die Bergung. Also müssen die Kameraden auch hier mit schweren Atemmasken arbeiten.
Insgesamt 40 Feuerwehrleute waren am Mittwochabend im Einsatz. Sie rückten kurz nach der Alarmierung um 19.12 Uhr vor dem Werkstor an. Für Neuling Axel war die Großübung des Löschzuges I der freiwilligen Feuerwehr eine echte Feuerprobe. – Auch wenn es mit dem Feuer nicht so recht klappen wollte. Denn eigentlich wollten die Übungsleiter Heinz Westbomke, Bodo Bernsdorf und Markus Bücker dem Einsatzort entsprechend einen Metallbrand inszenieren. Hierfür hatten sie eine Kiste mit Aluminiumspänen vorbereitet. Doch der Wind blies die Flammen immer wieder aus. „Wir wollten den Jüngeren mal zeigen was passiert, wenn man versucht einen Metallbrand mit Wasser abzulöschen“, so Stadtbrandinspektor Thomas Temmann. Leichtmetalle, wie Aluminium, die im kalten Zustand nicht mit Wasser reagieren, erreichen nämlich im Brandfall Temperaturen zwischen 2 000 und 3 200 Grad Celsius und stellen daher eine besondere Gefahr dar. Die Temperatur ist auch dafür verantwortlich, dass ein hoher Anteil an UV-Strahlung ausgesendet wird. Die Augen gilt es deswegen besonders zu schützen. Beim Löschen von Metallbränden gibt es einige Besonderheiten zu beachten: „Wasser facht die Verbrennung nur weiter an und bringt eine zusätzliche Explosionsgefahr mit sich“, so Pressesprecher Heinz Westbomke. Geeignete Löschmittel seien laut Westbomke Salze wie Natriumchlorid oder Kaliumchlorid, die auf dem Brandherd schmelzen und eine undurchlässige Schicht bilden, die den Brand erstickt. Einen ähnlichen Effekt könne man auch mit Zement, Grauguss-Spänen und trockenem Sand erzielen. Diese Lektion war auch für Feuerwehrmann Axel eine neue Erfahrung. „Jeder Einsatz ist aufregend, weil man vorher nicht weiß was für Aufgaben auf einen zukommen“, lautete sein Fazit. ▪ leh

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