WERNE ▪ Wer sich trotz der Eiseskälte am Freitagabend traute, einen Fuß vor die Tür zu setzen, wurde beim Doppelkonzert im flözK mit warmen Melodien belohnt. Die Singer-Songwriter Julia A. Noack und Eddie Arndt boten handgemachte Musik mit viel Charme.

© Holthoff
Die Singer-Songwriter Julia A. Noack (Bild) und Eddie Arndt boten handgemachte Musik mit viel Charme. ▪
Gleich mit ihrem ersten Song sorgte Julia A. Noack für Wohlfühl-Atmosphäre im wie immer gut gefüllten Live-Club Montreux. Zwar sang die Wahl-Berlinerin aus Mönchengladbach von der Kälte des Winters, bei den samtig-leichten Klängen der Akustikgitarre konnte man sich aber gleich auf eine warme Sommerwiese träumen.
Die Wandelbarkeit, die Noack auf ihren von Kritikern hoch gelobten Alben „piles & pieces“ und „69.9“ demonstriert, zeigte sie auch bei ihrem Auftritt im flözK. Mit vollem Körpereinsatz performte sie allein ihre mal melancholischen, mal leichtfüßig-beschwingten Lieder von Liebe, Freundschaft und Träumen, bei denen sie sonst auf der Bühne auch gerne mal Unterstützung von einem Schlagzeuger oder einer kleinen Band erhält.
Ebenso gut kam Eddie Arndt beim Werner Publikum an. Zwar verfügt der aus Hamm stammende Musiker, der zusammen mit seiner Frau Sarah-Jane Himmelsbach das Celtic Folk-Duo „Bardic“ bildet, mit mehr als 1 000 Auftritten über reichlich Bühnenerfahrung. „Wenn man an neuen Orten auftritt oder Lieder spielt, die man sonst nicht so häufig vorträgt, ist aber immer noch ein bisschen Aufregung dabei“, verriet Arndt vor seinem Auftritt.
Auf der Bühne war davon freilich nichts zu sehen. Mit seiner kraftvollen, leicht rauchigen Stimme und dem volltönenden Spiel auf seiner ersten, 30 Jahre alten Stahlsaitengitarre bewies er eindrucksvoll, wie untertrieben der Name seines Soloprogramms „Songs I can sing and play on guitar at the same time“ eigentlich ist. Denn dass Arndt nicht einfach nur ein bisschen singt und dazu Gitarre spielt, sondern auch eine große Portion Leidenschaft in Lieder wie „She walked away“ oder „My sweet love“ legt, davon konnte sich am Freitag jeder überzeugen.
Es war also definitiv nicht bloß die vom flözK-Team angebotene warme Suppe, die die Werner vor die Tür lockte, wie Julia A. Noack angesichts des vollen Clubs scherzte. ▪ cho
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