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Lothar Christ stimmt dem Ruf der Parteien nach Expertenrat zu

Bürgermeister Christ: Neues Schulsystem überfällig

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WERNE ▪ Mit ihrem Ruf nach einem Gutachter für ein neues Schulkonzept stoßen SPD und CDU bei Bürgermeister Lothar Christ (parteilos) auf ausdrückliche Zustimmung. „Das ist ein kluger Antrag“, sagte Christ am Montagabend als Gast des kommunalpolitischen Abends des SPD-Ortsvereins in Fränzers Piano-Cafe.

© Hillebrand

Mit dem Abriss des Realschulaltbaus stellt sich nicht nur in architektonischer Hinsicht die Frage, wie die Haupt- und Realschule im Schulzentrum unter einem Dach vereint werden. Auch organisatorisch suchen Verwaltung und Politik nach einem zukunftsfähigem Konzept, das Werne im Wettbewerb um sinkende Schülerzahlen im Umland stärkt. ▪

Mit dem Beschluss zum Bau des Schulzentrums für die Haupt- und Realschule sei Werne vor dem Hintergrund sich ändernder landespolitischer Vorgaben in einer „Pole-Position“ für die Gestaltung des Schulangebots.

„Wenn wir weiter vorne sein wollen, dürfen wir nicht abwarten, sondern müssen jetzt eine Debatte anfangen, die unter Beteiligung der betroffenen Eltern einen möglichst breiten Konsens abbildet“, sagte Christ. Er halte den Zeitpunkt ebenso für richtig, wie die von der CDU mitgetragene Forderung der SPD, die Schulsituation durch einen Fachmann bewerten zu lassen und den Diskussionsprozess so von „neutraler Seite zu moderieren“.

Er halte es auch für richtig, die Gymnasien bei einem Umbau der Strukturen „außer Betracht zu lassen. Hier muss es engere Kooperationen geben, ansonsten geht es aber darum, eine Lösung für die Haupt- und Realschule zu finden. Das müssen wir ergebnisoffen diskutieren.“ Darum habe sich die Stadt Werne angesichts der sinkenden Schülerzahlen und des rapiden Niedergangs der Hauptschule im Gespräch mit der Schulaufsicht bei der Bezirksregierung Arnsberg auch schon vorher bemüht, aber in den Schranken der alten Landespolitik kaum Gestaltungsspielräume gefunden. Das habe sich mit dem Regierungswechsel geändert, da „eine breite Mehrheit im Landtag, inzwischen auch die CDU-Fraktion, sieht, dass das dreigliedrige Schulsystem keinen Bestand haben wird.“ Für dessen Erhalt gebe es keine Mehrheit mehr im Land.

Bau und Organisation des neuen Schulzentrums sollten unter Beteiligung der Betroffenen in einem mehrstufigen Prozess aufeinander abgestimmt werden, erläuterte Christ auf die Frage nach der Transparenz die Entscheidungen. Zunächst gehe es um den bevorstehenden Bau des Gebäudes, danach müsse die Fachmeinung des Schulexperten eingeholt und in einer Anhörung für einen fließenden Übergang erörtert werden. Dabei erinnerte Christ daran, dass es sich bei der in Rede stehenden Option auf eine Gemeinschaftsschule um einen Schulversuch handle.

Langfristig stellt sich der Verwaltungschef auch eine bessere Einbeziehung der Grundschulen und Kindergärten vor. Christ mahnte angesichts aufkommender parteipolitischer Gegensätze eine sachliche Auseinandersetzung an. „Ich bin sicher, dass es die Eltern, insbesondere der Grundschulen, begrüßen, wenn wir über das weitere Schulangebot gesittet eine ordentliche Debatte führen.“ ▪ bkr

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