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Pestalozzischule könnte nach derzeitigem Stand keine fünfte Klasse mehr bilden / Realschule und Gymnasium sind gefragt

Nur elf Kinder an der Hauptschule angemeldet

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BÖNEN ▪ „Wir sind gut“, hatte Dorit Heine, die neue Konrektorin der Pestalozzischule, noch vor einer Woche betont. Doch diese Behauptung fiel nur bei wenigen Bönener Eltern auf fruchtbaren Boden. Die Hauptschule ist als großer Verlierer aus der Anmelderunde an den weiterführenden Schulen in der vergangenen Woche hervorgegangen.

WA

Wenig gefragt: Die Pestalozzischule an der Woortstraße in Bönen. ▪

Obwohl 28 Kinder an den drei Bönener Grundschulen eine reine Hauptschulempfehlung haben, wurden nur elf an der Woortstraße angemeldet. Damit ist die Pestalozzischule mehr denn je bedroht. Einen starken Zulauf verbuchte hingegen die Realschule. Das Marie-Curie-Gymnasium bewegt sich auf Vorjahresniveau.

„Das Ergebnis ist miserabel“, machte Rektor Ralf Goldschmidt von der Pestalozzischule gestern kein Hehl aus seiner Enttäuschung. Bereits im Vorfeld hatte er befürchtet, dass „uns die neuen Regelungen im Schulgesetz das Genick brechen können“.

Bekanntlich sind die Eltern seit dem Vorjahr nicht mehr an die Empfehlung der Schulform gebunden, die die Grundschulen gegeben haben. Das hatte schon 2011 zu einem Rückgang der Anmeldezahlen auf 16 geführt. Allerdings waren es am Ende 32 Jungen und Mädchen, die in die fünfte Klasse der Hauptschule starteten, weil zahlreiche Bönener Kinder an der Gesamtschule in Königsborn abgewiesen worden waren. Darauf setzt Ralf Goldschmidt auch jetzt.

„Ich hoffe, dass wir mindestens auf 18 Schüler kommen, damit uns die Bezirksregierung die Bildung einer Eingangsklasse erlaubt. Ansonsten müssten wir auslaufen“, so der Schulleiter. Nach seinen Informationen sind an der Gesamtschule Königsborn („unser größter Konkurrent“, so Goldschmidt) jetzt wieder 45 Kinder mehr angemeldet worden, als die Schule in Unna aufnehmen kann. Unter den insgesamt 161 Anmeldungen dort sollen 20 Viertklässler aus Bönen sein. „Ich hoffe, dass am Ende dann doch einige von ihnen wieder bei uns vor der Tür stehen“, erklärte der Bönener Rektor. Er wisse auch, dass einige Kinder mit Hauptschulempfehlung an der Humboldt-Realschule angemeldet worden sind. „Ich habe die Eltern gemeinsam mit Realschulleiterin Sibylle Arlinghaus beraten. Aber das hat leider nichts geholfen“, so Goldschmidt. Zudem hofft er, dass vielleicht noch der eine oder andere Nachzügler kommt, dessen Eltern die Anmeldefristen verpasst haben.

„Wir sind aber tieftraurig, dass alle unsere Anstrengungen in den vergangenen Jahren keine Wirkung zeigen“, verwies er unter anderem auf Integrationshilfen und die gezielte Sprachförderung an der Pestalozzischule. „Wir bieten auch praxisnahes Lernen und eine intensive Berufsorientierung an. Wir haben an drei Tagen in der Woche eine Übermittag-Betreuung, und die Gemeinde hat uns eine Mensa eingerichtet. Aber leider Gottes wird das alles nicht gesehen“, bedauerte Ralf Goldschmidt.

2010, als die Empfehlungen zum letzen Mal verbindlich waren, konnte die Pestalozzischule immerhin noch 33 Anmeldungen verzeichen. Angesichts des dramatischen Rückgangs der Schülerzahlen an der Hauptschule laufen in der Gemeinde ja bekanntlich die Planungen für eine neue Sekundarschule, damit auch zukünftig alle Bönener Kinder in Bönen zur Schule gehen können.

Die neue Sekundarschule soll allerdings erst ab 2013 ihren Betrieb aufnehmen, um nach und nach die Real- und die Hauptschule zu ersetzen. Falls die Hauptschule in diesem Jahr tatsäschlich nicht mehr genügend Schüler für die reguläre Bildung einer Eingangsklasse bekommt, will sich die Gemeindeverwaltung für das Übergangsjahr um eine Ausnahmegenehmigung bemühen, damit die jetzt an der Pestalozzischule angemeldeten Kinder, nicht auf eine Hauptschule in einer der Nachbarkommunen ausweichen müssen.

Obwohl die Realschule in Bönen möglicherweise zum Auslaufmodell wird, wollen zahlreiche Eltern hier zukünftig ihre Söhne und Töchter unterrichten lassen. Schulleiterin Sibylle Arlinghaus freute sich über 99 Anmeldungen – 20 mehr als im Vorjahr (79) und zwei mehr als 2010 (97). „Das ist ein sehr gutes Ergebnis“, so die Schulleiterin. Am Marie-Curie-Gymnasium wollen nach den Sommerferien 78 Fünftklässler an der Start gehen. „Das ist nicht schlecht. Im Vorjahr waren es am Ende 82“, sagte dazu der stellvertretende Schulleiter Günter Ahlers. ▪ li

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