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Der Behindertenbeauftragte Hubert Hüppe informiert sich im Pflegezentrum Cakir an der Nordbögger Straße in Bönen

Hubert Hüppe informiert sich im Pflegezentrum Cakir

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BÖNEN ▪ Krankheit oder Pflegebedürftigkeit fragen nicht nach Muttersprache, Herkunft oder religiösen Hintergründen. Das hat Kemal Cakir schon sehr früh erkannt.

Flanse

Hubert Hüppe (links) und Kemal Cakir tauschten sich über die ambulante Pflege aus. ▪

1999 gründete der ausgebildete Kranken- und Intensivpfleger seinen Pflegedienst in Bönen. Inzwischen ist das Unternehmen enorm gewachsen: 234 Mitarbeiter kümmern sich um insgesamt 132 Patienten und zwar in ganz Nordrhein-Westfalen und sogar über die Landesgrenzen hinaus. Schwerpunkt ist dabei die Intensivpflege von Kindern.

Am Mittwoch besuchte der Behindertenbeauftragte der Bundesregierung, Hubert Hüppe, den Pflegedienst an der Nordbögger Straße, um sich über die Arbeit und die Philosophie des Unternehmens zu informieren. „Mich interessiert nicht nur die Integration, oder besser gesagt die Inklusion, sondern ich bin auch der Meinung, dass Kinder mit sehr hohem Unterstützungsbedarf nicht in eine Sondereinrichtung müssen“, sagte der ehemalige Bundestagabgeordnete. Er hatte bereits im September eine Einladung zur Einweihung des neuen Domizils des Pflegedienstes erhalten, musste aber damals absagen. „Aber es hat mich doch sehr interessiert“, so Hubert Hüppe. Deshalb verabredete er mit Kemal Cakir den Gesprächstermin. Und dass das Interesse des Behindertenbeauftragten echt war, bewiesen die vielen Fragen, die er dem Firmengründer stellte. Unter anderem ließ Hüppe sich erklären, welche Aufgaben die Mitarbeiter in den Familien wahrnehmen, wie die 24-Stunden-Betreuung der überwiegend kleinen Patienten funktioniert und wie die Zusammenarbeit mit Behörden, Krankenkassen und dem Medizinischen Dienst funktioniert. Auch seine Wünsche an die Politik durfte Kemal Cakir formulieren. „Es fehlen in der Region türkische Ärzte und vor allem Psychologen“, sagte der Pflegeexperte. Die Belastungen für die Familien seien oft kaum zu bewältigen – trotz der Pflegekräfte, die ihnen rund um die Uhr zur Seite stehen. „Sie müssen zum Beispiel damit leben, dass sie 24 Stunden am Tag fremde Leute im Haus haben. Viele Eltern müssen zudem die Hoffnung aufgeben, dass ihr Kind jemals laufen oder sprechen lernt. Der Schock, ein behindertes Kind zu bekommen, ist meistens sehr, sehr groß“, weiß Kemal Cakir. Bei Behördengängen, Anträgen und ähnlichem kämen bei Familien mit Migrationshintergrund noch die Sprachbarrieren hinzu.

Rund eine Stunde tauschten sich Hüppe, Cakir und weitere Gäste wie etwa Kreisdezernent Rüdiger Sparbrod aus. Hubert Hüppe versprach anschließend, mit dem Pflegezentrum Cakir in Kontakt zu bleiben. ▪ fla

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