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Projekt an der OGS der Hellwegschule in Bönen stärkt das Miteinander

Freundschaft und blindes Vertrauen

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BÖNEN ▪ Die Augen schließen und sich dann langsam nach hinten fallen lassen: Diese Übung ist gar nicht so einfach, stellten sechs Schüler des Offenen Ganztages der Hellwegschule nun fest. Schließlich mussten sie ihrem Freund dabei absolut vertrauen.

Flanse

Einem Freund vertrauen – das sollen die Kinder mit dieser Übung trainieren. Kader Dikenli hatte sich das Thema Freundschaft für ihre Praktikumsarbeit ausgesucht. ▪

Wie wichtig dieses Vertrauen und überhaupt Freundschaft ist, darüber sprachen die zwei Mädchen und vier Jungen eine Woche lang mit Kader Dikenli. Die angehende Erzieherin absolviert derzeit ein achtwöchiges Praktikum in der Einrichtung und hatte sich das Thema für ihre Abschlussarbeit ausgesucht. „Es hat sehr viel Spaß gemacht und wurde von den Kindern auch gut angenommen“, zog die 19-Jährige Bilanz.

Auf dem Programm standen jeden Nachmittag etwa eine Stunde lang verschiedene Spiele oder Übungen. So galt es beispielsweise die Konturen des Freundes auf ein Stück Tapete zu malen, Freundschaftsbänder zu knüpfen oder sich „blind“ von einem anderen Kind durch den Raum führen zu lassen. Sogar eine kleine Bildgeschichte haben die Grundschüler entwickelt. Sie trägt den Titel „Gemeinsam statt einsam“ und dreht sich um Ausgrenzung.

Doch auch über das Wesen der Freundschaft machen sich die Acht- bis Zehnjährigen Gedanken, zum Beispiel darüber, was in einer Freundschaft wichtig ist und wie sich Vertrauen aufbauen lässt.

Das Projekt sollte aber nicht nur die Beziehung der Kinder untereinander stärken. „Michelle zum Beispiel ist dadurch selbstbewusster geworden. Sie ist neu in der Klasse und muss sich erstmal einfinden“, erzählt Kader Dikenli. Bewusst hat sie die Neunjährige deshalb in die Gruppe genommen.

Doch auch die anderen Kinder haben einiges gelernt. „Wenn man gar keine Freunde hat, kann es helfen, sich einen imaginären Freund vorzustellen“, erzählte etwa der neunjährige Joris Flanse. „Dem kann man alles erzählen.“ „Wichtig ist es, sich um seinen Freund zu kümmern, hilfsbereit zu sein“, hat sich Tobias Jarzina gemerkt. Und Michelle Pohl, der Klassenneuling, hat in der achtjährigen Jennifer Görlitz jetzt eine gute Freundin gefunden.

Nur eins hat trotz Projektarbeit noch nicht geklappt: „Den Mädchen schenke ich mein Freundschaftsarmband nicht“, blieb der zehnjährige Moritz Bregiel seinen derzeitigen Prinzipien treu. Soweit ginge die Freundschaft nun auch wieder nicht – das gebastelte Band bekommt sein Freund Tobias. ▪ fla

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