BÖNEN ▪ Die Rettung der Grundschule in Lenningsen durch eine private Trägerschaft ist noch nicht in Sicht und wird zu einem Wettlauf mit der Zeit. Das räumte Joachim Zierke als Sprecher der Bürgerinitiative „pro Ermelingschule“ am Mittwochabend in der Jahreshauptversammlung des Fördervereins ein.

© Lindemann
Der neue Vorstand des Fördervereins um Jens Hoffmann (Zweiter von links) will Joachim Zierke (Dritter von links) bei der Privatisierung der Ermelingschule unterstützen. ▪
Als mögliche Lösungen nannte der Pfarrer eine Trägerschaft durch den evangelischen Kirchenkreis oder die Gründung eines Trägervereins. Bisher seien aber mit der Bezirksregierung noch nicht einmal die Rahmenbedingungen für diese Modelle abgeklopft worden.
„Klar ist, wenn wir die Ermelingschule erhalten wollen, müssen wir sie aus der kommunalen Trägerschaft rausholen“, machte Zierke den 31 Zuhörern in der Gaststätte Böinghoff deutlich. Aus finanziellen Gründen bestehe keine Aussicht auf eine Weiterführung der Schule durch die Gemeinde. Das sei zumindest nachvollziehbar, weil die Kommune in den beiden anderen Grundschulgebäuden genügend Platz habe.
Als privater Träger, so Joachim Zierke käme vor allem der evangelische Kirchenkreis in Frage. Der habe zumindest Gesprächsbereitschaft signalisiert, „wenn wir ein ausgereiftes Konzept vorlegen können“.
Auch bei einer kirchlichen Trägerschaft sei sichergestellt, dass Kinder aller Religionen unterrichtet werden. Parallel müsse überlegt werden, ob ein privater Trägerverein die Schule weiterführen könne. Allerdings dürfe auch der kein Schulgeld erheben. „Außerdem müssen wir noch klären, unter welchen finanziellen Bedingungen und in welchem Zustand ein privater Träger die Schulgebäude übernehmen kann“, wies Zierke auf ein weiteres Problem hin. „Um das alles zu regeln, brauchen wir mindestens zwei Jahre Zeit. Deshalb setzen wir nach der Konfrontation jetzt auf die Kommunikation mit der Gemeinde, damit sie die Schule entsprechend lange selbst weiterführt.“ Es gelte zunächst aber, verlässliche Eckpunkte für eine Privatisierung zu bekommen. „Spätestens bis zu den Sommerferien müssen wir einen gangbaren Weg aufzeigen, wenn wir die Schule erhalten wollen“, so Zierke.
Zuvor hatte der Förderverein unter Leitung des Vorsitzenden Jens Hoffmann Bilanz gezogen und den Vorstand neu aufgestellt. Laut Bericht von Kassierer Norbert Janetzki beträgt das Guthaben rund 7000 Euro. Haupteinnahmequellen waren die Erlöse aus dem Wiesenfest und die Beiträge der 146 Mitglieder. Finanziert wurden vor allem Tische und Trennwände für die Pausenhalle sowie die Ausflüge der Schüler.
Der Vorstand setzt sich nach den Neuwahlen wie folgt zusammen: 1. Vorsitzender Jens Hoffmann, Stellvertreterin Manuela Jokiel (neu), 1. Kassiererin Sonja Pankauke-Kaiser, Stellvertreter Thorsten Menzel (beide neu), 1. Schriftführerin Stefanie Isenbeck, Stellvertreterin Stefanie Mümken (neu), Beisitzer Ulf Schmidt, Cornelia Röhr und Anja Berkhoff (alle neu). ▪ li
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