BÖNEN ▪ Fast unablässig rollen derzeitig die Lkw zum Förderturm, um Teile des ehemalige Zechengeländes mit Erdreich aufzufüllen. Die werden von einer Raupe verteilt und planiert, damit mögliche Altlasten tief und sicher darunter verschwinden.

Auf dem Zechengelände in Bönen sind die Planierraupen im Einsatz, um das Gelände zu gestalten.
Weniger schön sind die Begleitungerscheinungen, denn bei der Abfahrt stecken die Räder der Kipper voller Schlamm und Dreck, den sie dann auf der Fahrbahn des Schwarzen Weges und der Zechenstraße verlieren – sehr zum Unmut vieler Autofahrer, die diese Strecke sichtbar fluchend passieren.
Ihre Wagen sehen nämlich anschließend aus, als wenn sie selbst über die Baustelle gerollt wären. „Das ist unzumutbar“, beschwerte sich unlängst ein Bönener über die „Sauerei“. Die Gemeinde müsse dort endlich einschreiten und die Straße sauber halten, forderte er. Leichter gesagt als getan, denn die mit den Aufschüttungsarbeiten beauftragte Baufirma Schneider aus Hamm ist letztlich dafür verantwortlich, die Fahrbahn zu reinigen. Und die hat inzwischen reagiert. Genügte es während der Frostperioden der vergangen Wochen die Fahrbahn jeweils nach Feierabend zu reinigen, so dreht eine Kehrmaschine inzwischen permanent ihre Runden über den Schwarzen Weg und die Zechenstraße. Aber das hilft nur bedingt. Die Baustellenzu- und abfahrt unweit des Bahnüberganges war in den vergangenen Tagen wegen des Tauwetters so verschlammt, dass ein Laster genügte, um die Straßen wieder total zu verschmutzen.
Thomas Vogel hat ausgerechnet, dass rund 35 000 Kubikmeter angefahren werden müssen, um die gesamte Fläche im Schatten des Förderturms um knapp 1,5 Meter zu erhöhen. „Das sind rund 2800 Lkw-Ladungen“, verdeutlicht Vogel die Größenordnung des Projektes. „Diese 12 000 bis 15 000 Kubikmeter fehlen uns zur Zeit noch. Die müssen wir noch später irgendwo anders herschaffen“, sagt der Gemeindemitarbeiter.
Und warum das Ganze? „Das ist eine Auflage des Kreisumweltamtes. Das Gelände soll aufgeforstet werden“, erläutert Schmidt. Und weil darin möglicherweise noch Schadstoffe aus der Zeit des Zechenbetriebes liegen, müsse es nun auf zwei Meter Höhe aufgeschüttet werden, damit die Bäume unbeschadet wachsen können. „Wir stufen das Gelände aber etwas ab, damit es nicht ganz so wuchtig wirkt“, so Schmidt.
Und was kostet das Ganze? „Zunächst einmal nichts. Die Firma Schneider spart durch die kurzen Wege Transportkosten. Sie müsste den Boden sonst teuer woanders entsorgen“, erklärte Karl Ludwig Schmidt.
Seit gestern setzt das Bauunternehmen auch die Arbeiten zur Gestaltung des Turmvorplatzes fort. Das sei jedoch eine völlig andere Maßnahme, so Schmidt. Zwar konnte die Firma vor Weihnachten schon die breite Zufahrt von der Zechenstraße zur Turmterrasse asphaltieren, die Regenrinnen setzen und den Dolomitsand auf den Großteil der Flächen für den Hauptparkplatz verteilen, doch mussten die Arbeiten wegen des Wetters – zuerst Dauerregen, dann Frost – lange ruhen. Nun macht sich Schneider daran, den hinter einem Erdhügel versteckten Nebenparkplatz herzurichten.
Die Stellfläche bietet Platz für 39 Pkw, darunter drei speziell für Behinderte. Zudem sollen dort zukünftig Wohnmobilisten pausieren können. Außerdem müssen noch die Dolomitsandflächen auf beiden Seiten der Zufahrt gewalzt und verdichtet werden, damit die Fahrzeuge bei feuchter Witterung keine tiefen Spuren hinterlassen.
Die Gemeinde will zudem auf beiden Seiten entlang des Alfred-Fischer-Platzes jeweils 20 Linden pflanzen. „Der Platz bekommt damit den Charakter einer Allee“, so Schmidt. Offen ist, ob das letzte Stück des Fuß- und Radweges zwischen Turm und Schwarzem Weg sowie die geplante Mountainbike-Anlage in diesem Jahr fertiggestellt werden können. „Das ist auch davon abhängig, wann wir genügend Boden zusammenbekommen.“ ▪ li
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