Einzug in die Kapelle: Feuerwehr Bönen übernimmt renovierte Kapelle

Eine Kapelle für St. Florian

907.05.10|BönenFacebook
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BÖNEN ▪ Man spricht bei alten Gebäuden gern von ihrer „wechselvollen“ Geschichte. Kirchen allerdings haben selten so eine Geschichte. Die St.-Michael-Kapelle in Lenningsen nun schon.

Liesegang

Die Bönener Feuerwehr hat die Michael-Kapelle zum Gerätehaus umfunktioniert. ▪

Jahrzehntelang – seit ihrer Erbauung 1960 – diente die Kapelle einzig dem Zweck, den die Kirche im Dorf eben erfüllt. Sie war das Haus Gottes.

Als die Zahl der Gläubigen im schon nur noch 14-täglich abgehaltenen Sonntagsgottesdienst immer weiter abnahm, die Energie- und Unterhaltskosten aber stiegen, da war es mit diesem Teil ihrer Geschichte vorbei. Am Himmelfahrtstag 2005 wurde zum letzten Mal die reguläre Messe gelesen, wie sich Pastor Matthias Bruders von der Hemmerder Pfarrgemeinde St. Peter und Paul, zu der die Kapelle gehört, gestern erinnerte.

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Was dann kam, war das Ringen um eine Nachnutzung, die auch und gerade den Anspruch erheben sollte, das „dorfbildprägende“ Gebäude mitten in Lenningsen zu erhalten. Denn zunächst hatte das Erzbistum den Abriss der Kapelle und die Veräußerung des Grundstücks als Bauland favorisiert. Dann trat die Feuerwehr auf den Plan. Sie brauchte ohnehin eine neue Lösung im Süden der Gemeinde. 2007 wurden die ersten Gespräche geführt, 2009 der Kaufvertrag mit dem Erzbistum Paderborn unterschrieben. Gestern, acht Monate später, wurde St.-Michael nun der neuen Bestimmung übergeben.

Mit 90 000 Euro waren die Arbeiten zur Umgestaltung veranschlagt – 150 000 Euro sind es geworden. Dazu, so betonte Gemeindebrandmeister Thomas Heckmann gestern im Rahmen einer Feierstunde, kamen noch ungezählte Stunden der Eigenleistung. Heckmann betonte die Notwendigkeit einer neuen Lösung für den Löschzug II. Denn „allein mit einer hohen Einsatzbereitschaft und guten Ausbildung unserer Feuerwehrleute ist es nicht getan. Auch die materiellen Voraussetzungen müssen stimmen. Mit unserem Feuerwehrhaus befinden wir uns schon teilweise wieder auf der Höhe der Zeit.“ Immerhin stehe dort auch das neue, noch einmal gut 150 000 Euro teure Fahrzeug.

Die Ausrüstung des LZ II wusste Bürgermeister Rainer Eßkuchen noch weiter aufzuwerten. Er überreichte einen „Smoke Stopper“, einen Rauchschutzvorhang, der den Brandrauch auch bei geöffneten Türen zurückhält. Und er ließ es sich nicht nehmen, den auch gleich auszuprobieren – mit der fachkundigen Hilfe der beiden Zugführer Wolfgang Schimmel (I) und Detlef Budde (II). Eßkuchen freute sich über die architektonisch gelungene Lösung für das nun ehemalige Gotteshaus. Und er zeigte sich überzeugt, dass es einen besseren Nachnutzer als die Wehr kaum hätte geben können: „Das Christentum sagt doch schließlich: Tue dem Nächsten Gutes.“ Dieser Ansicht schloss sich Pastor Matthias Bruders gern an. Er betrachte die Übernahme durch den Löschzug II als die „ideale Lösung“. Der Raum bleibe als „Ort christlicher Nächstenliebe“ bestehen.

Gemeinsam mit seinem evangelischen Kollegen Joachim Zierke betete er sodann für die Feuerwehrkameraden und segnete das neue Gerätehaus ein.

Die Geschichte von St. Michael, sie geht weiter. Und sie wird Lenningsen und dem ganzen Süden Bönens sicher noch viele Höhepunkte liefern.

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