813.05.10|Bönen
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NORDBÖGGE ▪ Eigentlich mag Heinrich-

Heinrich-
Er und seine Frau wohnen nur wenige Meter von der Autobahn entfernt. Glaubt man dem Navigationssystem, steht man schon auf dem Seitenstreifen. Doch wie lebt es sich zwischen ländlichem Idyll und pausenlos donnerndem Verkehr? Der 67-
1970 ist er mit seiner Frau in die Bönener Straße gezogen. Da war die Autobahn schon da. „Was zieht er auch dahin“, wettern die, die kein Verständnis für Röer und andere klagenden Anwohner haben. Aber Röer gibt zu bedenken: „Der Verkehr war ja damals noch gar nichts. Da war es noch human. Heute jagt ja ein Auto das andere.“ Die drei Kinder von Heinrich-
Nachdem Anfang der 1980er Jahre entlang des Wohngebiets eine erste Lärmschutzwand aus Beton errichtet wurde, begannen ruhigere Zeiten für die Familie auf ihrem 2 500 Quadratmeter großen Grundstück. Zumindest im Haus.
Wenn Verwandte und Bekannte zu Besuch kommen, ist die Autobahn immer ein Thema. „Das ist schon unser ganzes Leben lang so gewesen“, sagt Röer. Obwohl er es langsam nicht mehr hören könne und gelegentlich entgegnet: „Lasst mich damit zufrieden.“ Im Alltag will er dem Thema nicht immer Raum geben. Die Autobahn sei nun mal da. „Das ist reine Gewöhnungssache“, sagt er.
Aber dann gibt es Zeiten, in denen es dem Mann zu bunt wird. Das vergangene Jahr war so eine Zeit. „2009 hat mir ordentlich zugesetzt. Das Jahr ist ein verlorenes Jahr in meinem Leben“, erzählt er. Grund für den Ärger: der Abriss der alten Lärmschutzwand und der Bau der neuen. „Das war ein Überraschungsangriff“, erinnert sich Röer. Ein großer Abrissbagger habe die Betonwände plötzlich umgeworfen – ohne jede Vorwarnung. „Wie Bomben“ seien sie gefallen. „Die Tassen im Schrank sind fünf Zentimeter hoch gesprungen“, berichtet er.
Das war im Februar. Die neue Wand kam im Herbst. Im Sommer draußen sitzen? Das sei undenkbar gewesen. Jedes vorbeifahrende Auto konnte einen Blick in den Garten der Röers werfen. Am dichtesten Punkt trennen Autobahn und Haus gerade einmal zehn Meter. Von Lärm und Dreck ganz zu schweigen. Heinrich-
Röers Nachbar Rolf Borgschulze sagt: „Das ist kein Lärmschutz, das ist Sichtschutz.“ Jedes einzelne Auto könne man hören. Er habe bei sich zu Hause den Lärm gemessen: Spitzenwerte von 90 dbA wurden angezeigt. Zur besseren Einordnung: 55 Dezibel bedeutet, ein anderer Mensch redet ständig laut auf einen ein. 70 Dezibel verursacht ein Rasenmäher im Schnitt. Schlafen bei offenem Fenster sei also unmöglich – außer bei Stau, dann herrsche himmlische Ruhe. „Die alte Mauer hielt meiner Meinung nach den Schall besser zurück“, sagt Borgschulze und Röer stimmt ihm zu. Heinrich-
„Von der Politik habe ich keine gute Meinung mehr“, sagt Röer. „Die prahlen nur alle, unternehmen aber nichts“, ist seine Erfahrung. Spezielle Fenster seien bei ihm zum Beispiel abgelehnt worden, bei einem Nachbarn einige 100 Meter weiter aber bewilligt worden. Und dann soll es keine Feinstaub-
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