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Spektakuläre Übung mit Hubschrauber „Christoph 8“ am Kanal in Rünthe

Rettung mit Verspätung

202.06.10|Bergkamen|Bergkamen|1
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Artikel: Rettung mit Verspätung

RÜNTHE ▪ Pünktlich um 18 Uhr standen die Mitglieder der Löschgruppe Rünthe am Kanal und warteten auf Rettungshubschrauber „Christoph 8“. Erstmals sollte in Bergkamen das neue Wasserrettungssystem des ADAC geübt werden. Doch der Hubschrauber kam nicht – es hatte einen schweren Verkehrsunfall im Sauerland gegeben, zu dem „Christoph 8“ eilte. Mit eineinhalb Stunden Verspätung konnte die Übung dann aber doch noch stattfinden.

Rettungshubschrauber „Christoph 8“ beim Übungseinsatz: Vier Mal wurde gestern mit dem neuen ADAC-Wasserrettungssystem ein vermeintliches Opfer (kleines Bild) aus dem Kanal in Rünthe gezogen.. ▪

© Eickmann

Rettungshubschrauber „Christoph 8“ beim Übungseinsatz: Vier Mal wurde gestern mit dem neuen ADAC-Wasserrettungssystem ein vermeintliches Opfer (kleines Bild) aus dem Kanal in Rünthe gezogen.. ▪

Viel zu üben gab es für die 25 Mitglieder der Löschgruppe Rünthe eigentlich nicht – dafür aber umso mehr zu sehen und zu lernen. „Das System ist recht neu, es ist schon wichtig, dass wir das mal im Einsatz sehen können“, sagte Oberbrandmeister Kai Schulze. Zwei der Feuerwehrleute waren sogar ganz nah am Geschehen: Matthias Hödtke und Tim Neubauer sprangen in Neoprenanzügen ins Wasser und mimten die Opfer.

Bevor man zur Rettung schritt, gab es eine Einweisung an Land. Pilot Holger Hoven zeigte den Feuerwehrleuten die Rettungsschlinge: „Das Seil, an dem die Schlinge hängt, können wir bis zu 20 Meter lang herablassen. Ganz wichtig sind die zwei Bleigewichte an der Schlinge“, erläuterte er. Sie verhindern, dass die Schlinge in dem starken Wind der Rotorblätter herumfliegt. An Land legten die beiden „Opfer“ die Schlinge schon einmal probeweise an – das ist in einem echten Einsatz natürlich nicht möglich, aber auch gar nicht nötig. Es sollte gestern nur demonstriert werden, dass man beim Anlegen gar nichts falsch machen kann. „Man muss sie nur umlegen, wenn der Hubschrauber anzieht, zieht sie sich automatisch zu und der Verletzte ist gesicherte“, erklärte Hoven.

Dann gingen die beiden Feuerwehrmänner ins Wasser und der Hubschrauber in die Luft. Entlang des Kanals flog er auf die „Opfer“ zu, verlor langsam an Höhe, Wellen bildeten sich auf dem Kanal und feine Wassertropfen sprühten durch die Luft. Schon ein ganzes Stück vor den Opfer wurde die Rettungsschlinge herabgelassen und über das Wasser geschleppt. Dann kam der schwierigste Teil der Übung: „Der Hubschrauber ist den Opfern jetzt so nah, dass der Pilot sie im Wasser unter sich nicht mehr sehen kann“, erklärte Stefan Unterbusch, Oberarzt am Marienhospital in Lünen. „Jetzt kommt es auf die Kommunikation zwischen dem Piloten und seinem Assistenten an.“

Der Assistent hängt an einem Geschirr seitlich aus dem Hubschrauber und kann die Opfer gut sehen. Er gibt dem Piloten Anweisungen, ob er weiter nach links oder rechts, vorn oder hinten fliegen muss, damit die Schlinge exakt bei den Opfern landet. Bei der gestrigen Übung klappte die Kommunikation offenbar perfekt. In Windeseile lag die Schlinge richtig, das „Opfer“ ergriff sie und legte sie um. Der Hubschrauber zog das „Opfer“ dann an das Ufer des Kanals, wo es aus dem Wasser gehoben wurde.

Insgesamt vier Mal wurde ein Feuerwehrmann als vermeintliches Opfer aus dem Kanal gezogen. Danach sollten die beiden Mitglieder der Löschgruppe Rünthe beschreiben, wie sie die Rettung empfunden haben. Wirkte etwas bedrohlich? War irgendetwas unangenehm? Dieses Feedback soll dazu dienen, den Umgang mit dem Wasserrettungssystem weiter zu verbessern. ▪ sb

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