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Deutsch-Integrationskurse der VHS fördern Sprache und Sozialkontakte

Nicht nur stures Lernen

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BERGKAMEN ▪ Deutsch ist keine einfache Sprache, stellte Hubert Becker-Hardt fest. Als Regionalkoordinator des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge hat er viel mit anderen Sprachen zu tun. „Und ich scheitere oft schon daran, Ihre Namen vorzulesen“, gestand er gestern in der VHS, wo er Sprachzertifikate an 13 Absolventen von Deutschkursen übergab.

Stolz haben die Teilnehmer des Deutsch-Integrationskurses gestern im Treffpunkt ihre Zertifikate entgegen genommen. ▪

© Reinermann

Stolz haben die Teilnehmer des Deutsch-Integrationskurses gestern im Treffpunkt ihre Zertifikate entgegen genommen. ▪

Unter anderen einer jungen Frau aus Vietnam. „Vietnamesisch ist so weit weg von unserer Sprache“, sagte Becker-Hardt, „da ist es umso bewundernswerter, dass Sie Deutsch lernen“. Prompt sprach er den Namen falsch aus, was ihm natürlich niemand übel nahm. Der Regionalkoordinator gratulierte der vietnamesischen Deutschschülerin ebenso wie ihren zwölf Mitschülern, die ihre Deutsch-Integrationskurse mit dem A2- oder dem B1-Level bestanden haben.

In Bergkamen überreichte er die Urkunden gestern ein letztes Mal. „Fünf Jahre lang ist Herr Becker-Hardt in die Bergkamener VHS gekommen, um Zertifikate zu überreichen“, erklärte VHS-Leiterin Sabine Ostrowski und überreichte ihm zum Abschied ein Geschenk. Der wandte sich mit der Bitte an die Absolventen weiterzumachen, sowohl mit Aufbaukursen als auch mit der deutschen Sprache: „Scheuen Sie sich nicht, Fehler zu machen, sondern sprechen Sie, mit allen und immer wieder. Wenn Sie jetzt nicht dran bleiben, haben Sie in einem Jahr das meiste wieder vergessen.“

Kommende Woche startet in der VHS der nächste Sprachkursus, zwei Hände schossen ohne zu zögern in die Höhe, als die Frage aufkam, wer den weitermachen wolle. Seit 2005 bietet die VHS Bergkamen die Integrations-Deutschkurse an, und Sabine Ostrowski ist selbst überrascht, wenn sie die Zahlen Revue passieren lässt: „Rund 350 Teilnehmer haben die Kurse durchlaufen, zusammen gekommen sind sage und schreibe 15 000 Unterrichtsstunden.“

Die 13 Absolventen, die jüngst die Prüfung bestanden haben, kommen auf 600 Stunden Deutschunterricht plus 45 Stunden Orientierungskursus. Deutsch sprechen müssen sie im Unterricht schon deshalb, weil sie mit etlichen Nationalitäten zusammen sitzen. Gestern beispielsweise waren die Länder Polen, Türkei, Russland, Vietnam und Sri Lanka vertreten.

Dass die Kurse nicht aus sturem Lernen bestehen, bestätigen die Kursleiterinnen Anna Wielepp und Wieslawa Mil-Micke: „Wir fördern auch die Sozialkontakte und haben schon richtig schöne Projekte auf den Weg gebracht.“ Die Teilnehmer treffen sich beispielsweise zum Frühstück oder zum Mittagessen, sie feiern gemeinsam Geburtstage oder unternehmen andere Aktivitäten.

Ein Kursus hat gemeinsam mit Wieslawa Mil-Micke ein gemeinsames Kochbuch entworfen mit Kochrezepten aus den verschiedenen Heimatländern. „Wir sind bunt gemischt“ ist der Titel, und Rezepte wie Gözleme aus der Türkei sind dort ebenso einfach beschrieben wie russische Pirogge und polnische gebratene Ente mit Äpfeln. Die Kursleiterin verrät ein weiteres Projekt eines Kurses: ein Kalender. ▪ mar

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