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5 000 Arbeitsstunden auf rund 1 000 Quadratmetern bringen die Holz-Erde-Mauer ein Stück näher

Knochenarbeit am Römerlager

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BERGKAMEN ▪ Hier und dort ein bisschen graben und schon kommen einem die tollsten Schätze entgegen – so sieht die Arbeit der Archäologen sicher nicht aus. In Bergkamen zeigte sich auch in diesem Jahr wieder, dass Ausgrabungen echte Knochenarbeit sind: 5 000 Arbeitsstunden kamen diesmal am Römerlager zusammen.

Bierkämper

LWL-Archäologin Dr. Bettina Tremmel (2.v.li.) zeigt einige Funde der diesjährigen Ausgrabung. Interessiert betrachten Beate Tebbe vom Förderverein Stadtmuseum (von links), Kulturdezernent Bernd Wenske, der leitende Grabungstechniker Detlev Jaszczurok und Ralf Möllmann vom Sozialamt der Stadt die Stücke. ▪

Mit dem Abschluss der Grabungskampagne 2010 ist man dem großen Ziel, eine Holz-Erde-Mauer zu errichten, wieder etwas näher gekommen. Zwar fanden sich hier und dort auch Überreste aus dem ehemaligen Römerlager, doch spektakuläre Funde gab es nicht.

Mit den Tücken des Mergelbodens am Römerlager kennen sich alle an der Ausgrabung Beteiligten längst bestens aus. Schwer ist die Arbeit hier immer, egal, wie das Wetter ist: „Trocken ist der Boden steinhart und sobald es regnet und er feucht wird, wird er wie Kaugummi und bleibt richtig am Spaten kleben“, berichtet Dr. Bettina Tremmer, LWL-Archäologin aus Münster.

Das eingezäunte Areal in Oberaden ist quasi „die Keimzelle für den archäologischen Park, der hier entstehen soll“, erläuterte Kulturdezernent Bernd Wenske gestern noch einmal. Hier geht es um die Wiedersichtbarmachung der kulturhistorischen Stätte – dies sei für die Stadt Bergkamen wichtig, weil es ein Teil ihrer Geschichte ist, aber auch, weil eine touristische Attraktion geschaffen werde.

Dr. Bettina Tremmer zeigte gestern einige Fundstücke, die in der diesjährigen Ausgrabungskampagne zu Tage befördert wurden. Sie hält ein Stück Ton in der Hand und erklärt, wieso die Römer offenbar Wert auf einen guten Wein legten: „Dies war eine Weinamphore, wie es sie in Pompeji am Golf von Neapel gab.“ Erkennbar sei dies an den vielen kleinen, schwarzen, vulkanischen Partikeln, die dort typischerweise im Ton vorkamen. Auch Metallstücke zählten zu den Funden in Oberaden, die der Römerzeit vor rund 2000 Jahren zugeordnet werden konnten. „Dieses könnte ein Nagel oder ein Geschossspitze gewesen sein“, berichtete Tremmel.

Verfärbungen im Boden sind die erste Fährte auf der Suche nach Funden. Unter einer bläulichen Verfärbung entdeckte man ein Stück Leder, das später als Teil eines alten Grubenhelms aus dem 19. Jahrhundert identifiziert werden konnte. Auch wenn es kein Stück aus der Römerzeit ist, werden solche Funde natürlich ebenfalls aufbewahrt und könnten irgendwann einmal Teil einer Ausstellung im Stadtmuseum sein.

Die Ausgrabungen sind Vorbereitungen für den Bau der Holz-Erde-Mauer, weil sie natürlich nicht auf möglicherweise noch versteckten Funden entstehen soll. Diesmal wurde eine Straße innerhalb der früheren Holz-Erde-Mauer untersucht, außerdem noch ein Teil des Lagergrabens im Bereich des Nordtores. Möglich wurde dies durch Fördermittel, Eigenmittel der Stadt und besonders auch wieder durch die finanzielle Unterstützung des Vereins der Freunde und Förderer des Stadtmuseums Bergkamen.

Fleißige Helfer bei der Ausgrabungen waren ausländische Flüchtlinge. „Sie übernehmen die Arbeit freiwillig, um sich ein paar Euro hinzuzuverdienen“, erläuterte Ralf Möllmann, stellvertretender Sozialamtsleiter. Er hatte sichtlich Respekt vor dieser harten Arbeit. ▪ sb

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