HAMM ▪ Voller Eindrücke ist Mario Siegesmund aus der weißrussischen Hauptstadt Minsk zurückgekehrt. Das dortige Goethe-Institut hatte den Hammer Autor und Songwriter zu einer Autorenlesung und einem Konzert eingeladen – beides absolvierte Siegesmund am vergangenen Wochenende.

Angesichts von Temperaturen um minus 15 Grad und einem eisigen Ostwind ist 37-Jährige froh, seit Sonntag wieder im etwas gemäßigteren heimischen Klima zu sein. Die menschliche Wärme allerdings, die ihm in Minsk entgegengebracht worden ist, habe ihn nachhaltig beeindruckt.
Rund 50 Zuhörer hatten im Goethe-Institut seiner Lesung zugehört. Zur Sicherheit wurden die Texte von einem einheimischen Schauspieler übersetzt; die Reaktionen der Zuhörer aber hätten ihm gezeigt, dass der Großteil der Besucher gut Deutsch sprach beziehungsweise verstand. Viele von ihnen seien Deutschlehrer gewesen, denn Deutsch werde in Weißrussland teilweise schon ab der ersten Schulklasse unterrichtet. Besonders interessant fand Siegesmund es schließlich auch, seine Texte einmal in einer anderen Sprache zu hören.
Und weil es zahlreiche Anfragen gegeben hat, ob es die Glossen, Gedichte und Kurzgeschichten mit ihren fantasievollen Wortschöpfungen nicht in geduckter Form gibt, um sie womöglich im Unterricht zu verwenden, sei nun sogar angedacht, ein kleines Heft zu drucken.
Besonders beeindruckt habe ihn die Reaktion einer älteren Dame nach der Lesung: Sie habe sich ganz herzlich dafür bedankt, dass sie für zwei Stunden die Sorgen des Alltags, ihre Schwermut habe vergessen können. Ansonsten habe Siegesmund nicht viel gespürt von den Nachwirkungen der Proteste gegen die von Staatschef Alexander Lukaschenko autokratisch geführte Präsidialrepublik, die im Zusammenhang mit den Wahlen vor Weihnachten ausgebrochen waren.
Allerdings sei Siegesmund von seinem offiziellen Begleiter immer wieder ermahnt worden, „vorsichtig“ zu sein, wenn er in der Öffentlichkeit fotografiert – beispielsweise den Präsidentenpalast. Da habe er gemerkt, dass doch „etwas anders“ ist in Weißrussland.
Das Goethe-Institut selbst, das diplomatischen Status genieße, habe das Wochenende „wunderbar durchorganisiert“. Darum – und wegen der für beide Seiten bereichernden Begegnung – hofft Siegesmund, dass er nicht zum letzten Mal nach Minsk eingeladen wurde. ▪ san
Bestimmen Sie auf der Karte die Region, aus der Sie Nachrichten angezeigt bekommen möchten.



Empfehlen Sie diesen Artikel Ihren Freunden und Bekannten!
Bitte berichtigen Sie oben aufgeführte Fehler und klicken danach noch einmal auf den Absenden Button.
Bitte setzen Sie sich mit der technischen Abteilung in Verbindung.
Nicht alle Aufgaben konnten abgearbeitet werden.