HAMM ▪ Starker Tobak: Von „Reglementierungswut“ und einem „Raucherdiskriminierungsgesetz“ spricht der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) in Westfalen beim Thema Nichtraucherschutz in NRW.

In Hammer Kneipen soll weiter geraucht werden, sagen die Wirte.
Die Hauptstelle des Verbandes befindet sich immerhin im Gewerbegebiet Rhynern, und Dehoga-Präsident Hans-Dietmar Wosberg hatte vor knapp einem Monat keine Lust mehr, im Nebel zu stochern. Sollten die Mitglieder doch selbst kundtun, was sie von einer neuerlichen Reform des Gesetzes halten. Eine Umfrage wurde initiiert – und die Faxgeräte in Rhynern rauchten fortan unter dem Antwortfeuer.
5000 Gastronome sind Mitglied des Dehoga, 800 beteiligten sich an der Umfrage, deren Auswertung gestern präsentiert wurde. „Das ist eine unglaubliche Resonanz“, sagte Dehoga-Sprecher Claus Altendorf. Üblicherweise liege die Beteiligung bei solchen Aktionen bei fünf bis zehn Prozent.
Insbesondere die Gaststätten und Restaurants, die in den vergangen zwei Jahren viel Geld in die Hand genommen haben, um ihre Geschäftsräume umzubauen und mit Raucherräumen auszustatten, sehen sich durch ein totales Rauchverbot klar benachteiligt. Am stärksten ist der Widerstand jedoch unter den kleinen Betrieben. Auch für die Dehoga kommt ein Wegfall der „Eckkneipenregelung“ eins zu eins einem Todesurteil für diese Gastronomiesparte gleich.
Dicke Luft herrscht in der Branche auch bei einer Reihe weiterer Themen. Das Verbot von Heizpilzen, Reglementierungen zur Außenbestuhlung in Biergärten, die Einführung der Hygieneampel oder die Überbürokratisierung der Dokumentationspflichten: Zwar hatte die Dehoga bei ihrer Umfrage nicht nach Statements hierzu gefragt, aber die Betriebe wurden von sich aus aktiv. Die Wirte seien laut Wosberg „förmlich angewidert“ vom Maß an Vorschriften, „deren Sinn häufig niemand erklären kann“.
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