HAMM ▪ Seit 31 Jahren ist Thomas Sieniawski im Roten Kreuz in Hamm aktiv. Nun wartet eine neue Aufgabe auf den Ehrenamtler. Sieniawski ist mit einer neuen Ausbildung als Notfallseelsorger vom DRK-Landesverband in eine überregionale Einsatzstaffel berufen worden. Der Hammer will dazu beitragen, Helfern und Betroffenen nach belastenden Einsätzen besser und effektiver zur Seite zu stehen.

© Wiemer
Ein Bär hilft manchmal weiter: Christian Zirkwitz (links) und Thomas Sieniawski sind Notfallseelsorger beim DRK. ▪
„Ich möchte den Menschen helfen“, sagt er selbst zu seiner Motivation, dieses zusätzliche Amt anzutreten. Sein Augenmerk gilt künftig nicht den Opfern, sondern „Menschen die am Rand stehen“. „Sie haben womöglich Szenen gesehen, die sie nie zuvor erlebt haben“, sagt Sieniawski. Nach Unfällen auf der Autobahn oder bei Großereignissen wie der Love Parade. „Erste Hilfe für die Seele will ich leisten“, so Thomas Sieniawski.
Früher war das DRK strukturiert in eine technische Einheit, in den Sanitätsdienst und eine Betreuungseinheit. Spätestens seit Kyrill ist deutlich geworden, dass der Aspekt „Betreuung“ eine immer größere Bedeutung gewinnt. Seit zwei bis drei Jahren arbeitet das DRK verstärkt daran, geschulte Kräfte in den Einsatz zu bringen. Die DRK-Gemeinschaft Hamm-Herringen mit den Leitern Ilse Pröhl und Reiner Biela ist sich sicher, mit Sieniawski den richtigen Mann gefunden zu haben.
Bei der Evangelischen Kirche hatte er bereits eine Ausbildung zum Notfallseelsorger absolviert. Nun erweitert er sein Wissen in vier Blockseminaren beim SBE e.V. (Stressberatung nach belastenden Ereignissen).
Sowohl Zirkwitz als auch Sieniawski werden künftig bei Großereignissen anzutreffen sein. Etwa beim Area- 4-Open-Air in Lüdinghausen oder auch bei Public Viewings zur EM 2012.
Natürlich hofft keiner von ihnen, dass sie ihr Wissen vor Ort abrufen müssen, doch wenn es gefragt ist, sind sie da. „Die Arbeit von Psychologen machen wir nicht“, so Sieniawski, „aber im ersten Moment helfen wir.“ ▪ oz
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