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Bäckerei Köppelmann in Hamm droht die Insolvenz

Bäckerei Köppelmann in Hamm droht die Insolvenz

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HAMM ▪ Die Hoffnung auf bessere Zeiten bei der Traditionsbäckerei Köppelmann sind nicht in Erfüllung gegangen. Nur sechs Wochen, nachdem bei der Zwangsversteigerung der zur Köppelmann KG zählenden Backfabrik am Langewanneweg eine Fremdübernahme des Familienbetriebs vereitelt worden war, droht nun die Insolvenz der Köppelmann Traditionsbäckerei GmbH. Auf Antrag einer Krankenkasse wurde am 30. April das Insolvenzverfahren angeordnet.

Der Bäckerei Köppelmann in Hamm droht die Insolvenz. ▪

© Rother

Der Bäckerei Köppelmann in Hamm droht die Insolvenz. ▪

Dr. Markus Wieschemeyer aus der Kanzlei des zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellten Dortmunder Rechtsanwalts Dr. Christoph Schulte-Kaubrügger sprach gegenüber unserer Zeitung von einer „desolaten Situation“, in der sich der Betrieb Anfang Mai befunden habe. Geschäftspost sei über Wochen nicht geöffnet worden, zur Höhe der Verbindlichkeiten lasse sich noch gar nichts sagen. „Das Ganze riecht schon sehr nach Insolvenz-Verschleppung“, meinte er nach der ersten Durchsicht der Geschäftsunterlagen. Seit der Insolvenz der alten Gesellschaft – der Köppelmann Brot- und Backwaren GmbH – Ende 2008, aus der die Köppelmann Traditionsbäckerei GmbH hervorgegangen war, seien bereits 13 Insolvenzanträge gestellt worden. „13 Anträge, das ist schon ungewöhnlich.“

Trotzdem gebe es auch positive Aspekte. „Der Ruf des Betriebes ist weiterhin sehr gut“, sieht der Anwalt Chancen für einen Fortbestand des Unternehmens. „Wir haben alle Maßnahmen in die Wege geleitet, den Geschäftsbetrieb zu sanieren“, sagt er. Mit den Lieferanten sei Kontakt aufgenommen worden, auch die aus 36 Kräften bestehende Belegschaft sei informiert worden.

Löhne und Gehälter seien für die Monate April, Mai und Juni für die Belegschaft über das Insolvenzgeld sichergestellt. Für viele Mitarbeiter eine ganz neue Situation, denn seit vielen Monaten wurden ihre Löhne nur unregelmäßig und nicht in voller Höhe gezahlt. Nach Informationen unserer Zeitung hatten sich insbesondere ältere Mitarbeiter in ihrer Not privat verschuldet, um sich und ihre Familien weiter versorgen zu können. „Wenn ich kündige, finde ich nie wieder einen Job“, lautete ihre düstere Rechnung angesichts der miserablen Aussichten auf dem Hammer Arbeitsmarkt für über 50-Jährige. Stattdessen hofften sie auf bessere Zeiten für das Unternehmen. Das Insolvenzgeld wird von der Agentur für Arbeit gezahlt.

Unabhängig von dem Insolvenzantrag wurde die bisherige Geschäftsführerin der GmbH von der Gesellschaft abberufen. Siegfried Ridder, der im Hammer Osten die Bäckerei Ridder betrieb, ist ihr Nachfolger. „Die Zusammenarbeit ist sehr konstruktiv“, sagt Anwalt Wieschemeyer.

Dass die drohende Insolvenz möglicherweise auch ein strafrechtliches Nachspiel hat, bestätigte die Dortmunder Oberstaatsanwältin Dr. Ina Holznagel. Seit dem 14. April werde ein vom Amtsgericht Hamm zugeleiteter Vorgang von der Staatsanwaltschaft auf Insolvenzverschleppung geprüft. Diese dauere noch an. ▪ fl

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