Die Sperrung der Lippestraße im Zuge des Baus der neuen Hochspannungsleitung für das RWE-Kraftwerk sorgt für Probleme

Reit-Turnier in Vellinghausen in Gefahr

030.07.10|Hamm-UentropFacebook
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SCHMEHAUSEN ▪ Vor allem der Zeitpunkt mache es zum ernsten Problem. „Hätten wir das alles früher gewusst, hätte man sich in aller Ruhe einigen können. Aber so kurzfristig kann man da nicht mehr reagieren. Dann müssten wir es absagen“, erklärt Oliver Hase vom Reit- und Fahrverein Vellinghausen (RuFV) nüchtern.

Termin-Konflikt: Vom 6. bis 8. August wollen Oliver Hase und der RV Vellinghausen ihr Reitturnier veranstalten – zur gleichen Zeit finden Baumaßnahmen an den Stromleitungen des Kraftwerks statt. ▪

© Schröter

Termin-Konflikt: Vom 6. bis 8. August wollen Oliver Hase und der RV Vellinghausen ihr Reitturnier veranstalten – zur gleichen Zeit finden Baumaßnahmen an den Stromleitungen des Kraftwerks statt. ▪

Die Rede ist vom großen Reitturnier in Vellinghausen vom 6. bis 8. August, dessen Austragung in diesem Jahr plötzlich gefährdet ist. Denn just an diesem Wochenende will in unmittelbarer Nähe auch Energieversorger RWE Arbeiten an seinen Hochspannungsleitungen durchführen und sperrt deshalb die Lippestraße (L736). Und diese Sperrung würde in ihrer ursprünglich geplanten Form nicht nur kleine Unannehmlichkeiten und Umwege für die anreisenden Reitsportler und Pferde-Interessierten mit sich bringen, sondern einen logistischen Kollaps auslösen.

Denn: Das Vellinghauser Turnier ist kein kleines Kaffeekränzchen. An allen drei Tagen zusammen werden 800 Pferde rund 1 400 Starts absolvieren, bei gutem Wetter schauen dabei insgesamt zwischen 3 000 und 4 000 Zuschauer zu. Das bedeutet wiederum, dass sich rund 20 große, schwerfällige Trucks, über 100 Pkw mit Pferde-Anhängern und zahlreiche weitere Zuschauer-Autos ihren Weg zum Gelände bahnen müssen – und das geht nicht über enge Nebenstraßen.

Um den Verkehr sinnvoll leiten zu können, braucht der Reitverein den Teil der L736, der als Vellinghauser Straße von der Reitanlage in Richtung Dorfkern führt und vor allem die Straße Mersch, die wie ein Viereck um das Turniergelände herumführt. Die Nutzung beider Straßen wäre durch die vorgesehene Sperrung nicht sicher: „Das wäre der Gau für uns, wenn die Straße schon unten im Dorf gesperrt würde“, erklärt Katja Strothmann vom RuFV.

Was Änderungen an der Blockade schwierig macht: Die betroffenen Straßen liegen genau an der Grenze zwischen Soest und Hamm. Dementsprechend gibt es Zuständigkeitsprobleme: „Die Stadt Hamm kann allenfalls die Genehmigung erteilen, wenn der Verein selbst weitere Schilder aufstellen möchte. Wir können im Kreis Soest keine Schilder aufstellen“, erklärt Stadtsprecher Christian Strasen von der Hammer Stadtverwaltung. Zudem habe man es hier mit einer Baumaßnahme zu tun, die man gar nicht selbst bestimme, verweist er auf die Zuständigkeit der RWE.

Diese Lage „zwischen den Stühlen“ ist auch der Grund, warum die Vellinghauser überhaupt so spät von den Baumaßnahmen vor ihrer Haustür erfuhren: Denn eigentlich läuft die Planung für die Baumaßnahme schon seit drei Jahren. „Das ist leider gängige Praxis hier, dass uns niemand Bescheid sagt“, klagt Oliver Hase über die übliche Kommunikations-Problematik im Grenzbereich.

Innerhalb der nächsten Woche wollen die Veranstalter nun eine schriftliche Absicherung, dass die benötigten Straßen das gesamte Wochenende frei bleiben. Zu diesem Zweck haben sie auch einen Anwalt eingeschaltet: „Da geht es um höherere fünfstellige Summen, die bei Schadenersatz-Forderungen zusammenkämen: Sponsoren, Techniker, Reitsportler – die alle würden ihr Geld zurück haben wollen, wenn das Turnier platzt“, weiß Hase, der sehr an einer positiven Lösung interessiert ist und bei entsprechender Beschilderung zur Kooperation bereit ist. ▪ sf

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