106.09.10|Hamm-Uentrop|Hamm-Uentrop|
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MARK ▪ Auf Knopfdruck Universitätsklinik? Professor Dr. Dr. Martin Holtmann, Leiter der Hammer LWL-Klinik, schüttelt lachend den Kopf. So schnell geht das natürlich nicht. Zwar trägt die Einrichtung für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik den Zusatz seit Anfang des Jahres im Namen, aber mit Inhalten gefüllt wird er Schritt für Schritt.

„Willkommen in Hamm“ – Professor Dr. Dr. Martin Holtmann überreicht Naemi Wall zur Begrüßung das „Stadtsäckel“. ▪
Wollte man im Bild bleiben, dann trug die 25-jährige Naemi Wall Siebenmeilenstiefel als sie am Montag die Klinik betrat.
Die junge Frau ist die erste Studentin, die in der noch frischen „Universitätsklinik“ praktische Erfahrungen sammelt. Und war am Montag einigermaßen überrascht, als Holtmann ihr zur Begrüßung eine Info-Tasche des LWL und ein Jute-Säckchen der Stadt Hamm überreichte.
Wall hat soeben das achte Semester ihres Medizinstudiums beendet und überlegt, ihren Arbeitsschwerpunkt im Bereich der Kinderheilkunde zu setzen. Nach 40 Jahren Medizinerausbildung an der Universität Bochum gibt es dort nun erstmals die Möglichkeit, das Wahlfach Kinder- und Jugendpsychiatrie zu belegen. Wall besuchte eine Vorlesung Holtmanns und entschied sich spontan, in Hamm Praxis-Erfahrung zu sammeln. Üblich wäre 14 Wochen lang je eine Stunde Präsenz in einer Klinik. Wall, die in Bochum studiert, folgte hingegen dem Vorschlag von Holtmann, dies auf zwei Tage zu komprimieren. Miterleben kann sie so eine Fortbildung zum Thema Depressionen, ist Gast in der Abteilung für Psychomotorik und bei Fallkonferenzen zugegen und kann endlich an Gruppenstunden teilhaben, eine Erfahrung, die ihr im Laufe eines Praktikums in der Erwachsenen-Psychiatrie nicht möglich gewesen ist.
Hamm habe sie bislang nur als Durchfahrtsbahnhof kennengelernt, erklärt die junge Frau, die häufig zwischen Lage und Bochum pendelt. Klinik-Chef Holtmann ist froh darüber, dass sie nun in Hamm aussteigt, denn damit kommt er seiner Idee von einer engeren Bindung zwischen Universität und Klinik-alltag näher.
Der nächste Schritt wären Studierende, die ein praktisches Tertiär innerhalb ihres Medizinstudiums in der Klinik verbringen. Auch laufen diverse Forschungsprojekte an, die in enger Zusammenarbeit mit der Universität entwickelt und betreut werden. Daraus erwächst die Möglichkeit, beispielsweise Doktor-Arbeiten in Hamm anzusiedeln.
Hauseigene Appartements könnten Studierenden an der Heithofer Allee zur Verfügung gestellt werden, überlegt Holtmann. Platz für eine Handvoll Studenten wäre somit gegeben. Aber bis dahin ist noch ein Wegesstück zurückzulegen. ▪ sf
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