HAMM-WESTEN ▪ Betül und Lukas schlagen sich gegenseitig mit großen Schaumstoffknüppeln. Dabei balancieren sie auf einem schmalen Holzbalken. Wer als erster runterfällt, hat verloren. Ihre Mitschüler feuern sie mit Rufen an. Und die zwei hauen immer fester zu. So geschehen an der Parkschule im Hammer Westen – allerdings unter Aufsicht.

„Deeskalation“ heißt die AG, an der die zwei achten Klassen der Hauptschule seit Beginn dieses Schuljahres teilnehmen. Die wöchentliche Doppelstunde dreht sich rund ums Thema „Gewalt“. Kerstin Kerps, sozialpädagogische Betreuerin des Jugendgemeinschaftswerks Hamm (JGW), leitet den Kursus. Sie hat Übungen parat, um mit den Jugendlichen die eigene Gewaltbereitschaft und ihr Verhalten in prekären Situationen zu erarbeiten.
Nicht ganz so turbulent geht es bei den anschließenden Vertrauensübungen weiter. Hier sollen die Schüler lernen, Verantwortung füreinander zu übernehmen. Rücken an Rücken sitzend, müssen sie versuchen aufzustehen und sich wieder hinzuknien. Damit dabei keiner umfällt, ist es notwendig, dass die Achtklässler miteinander reden und aufeinander achten.
Noch das ganze Schuljahr läuft der Kursus an der Westener Hauptschule für die beiden Klassen. Neben der AG „Deeskalation“ nehmen die Schüler im Wechsel auch an der AG „Knigge“ zum Thema „Gute Manieren“ teil. „Wir haben gemerkt, dass manchmal etwas Unruhe an der Schule herrscht“, sagt Schulsozialarbeiterin Sina Eisemann. Deshalb haben die beiden Schulsprecher, Sharr Jakupi und Selvi Gattner, die Initiative ergriffen und den Kursus beim zuständigen Stadtteilbüro beantragt. Finanziert wurde die AG bisher von der Initiative „Stärken vor Ort“. Eine Fortführung des Projekts ermöglicht jetzt eine anschließende Finanzierung durch das Diakonische Werk Westfalen.
Die Schulsozialarbeiterin verspricht sich viel von der Arbeit. Sie nimmt selbst an den Veranstaltungen teil und beabsichtigt, die AG für die nächsten Achterklassen weiterzuführen. ▪ sho
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