ERRINGEN ▪ Die Errichtung einer Gemeinschaftsschule in Herringen findet immer mehr Unterstützung. Im Rahmen der Bezirksvertretersitzung am Donnerstag überreichte Dr. Cevdet Gürle (Pro Herringen) von der Bürgerinitiative Pro Bildung 3 204 Unterschriften an Schuldezernent Jörg Hegemann und Bezirksvorsteher Klaus Alewelt.

Die Hauptforderung der Unterzeichner ist die Weiterentwicklung der Falkschule zu einer Gemeinschaftsschule. Wie Gürle betonte, hätten auch viele Menschen mit Migrationshintergrund unterschrieben. „Das zeigt mir, dass es für sie nicht unwichtig ist, was in ihrer Stadt passiert. Sie haben erkannt, dass die Bildung der Schlüssel zum sozialen Aufstieg ist“, sagte Gürle, der der Ansicht ist, dass mit einer dritten Gesamtschule beziehungsweise einer Gemeinschaftsschule das Bildungsgefälle in Hamm gesenkt werden kann. Eine solche Schule müsse aber jetzt kommen und nicht erst in zehn Jahren.
Detlef Bay (Die Linke) sprach sich im Rahmen der Etatberatungen ebenfalls für eine Gemeinschaftsschule aus und kritisierte das Fehlen eines entsprechenden Haushaltsansatzes.
Ähnlich sehen es die Grünen im Rat der Stadt Hamm. Sie haben die Verwaltung aufgefordert, allgemeine Planungskosten für eine Gemeinschaftsschule in Höhe von 50 000 Euro noch in den Haushaltsplan 2011/2012 einzustellen. Dabei verwiesen auch sie auf das starke Interesse insbesondere in den westlichen Stadtbezirken an einer solchen Schulform. „Um nach der endgültigen Beratung der Ergebnisse des Schulentwicklungsplans handlungsfähig und flexibel in den notwendigen Umsetzungsschritten agieren zu können, müssen frühzeitig Planungskosten eingestellt werden“, heißt es in dem Antrag. Von besonderer Bedeutung bei einer Gemeinschaftsschule sei für viele die Möglichkeit des längeren gemeinsamen Lernens, da so Kinder aus bildungsfernen Familien eine bessere Förderung erhalten. „Es wird als notwendig erachtet, Kinder verstärkt zu integrieren statt zu selektieren“, folgten auch die Grünen der Argumentation der Bürgerinitiative
Der Schulentwicklungsplan soll Anfang 2011 beraten werden – also erst nach der Verabschiedung des Doppelhaushalts. Eine Beratung über die Zukunft der Bildungslandschaft in Hamm müsse sich aber selbstverständlich auch im Haushaltsplan 2011/2012 abbilden, so die Grünen. ▪ stg
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