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Fast 3 000 Unterschriften für eigene Oberstufe

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HERRINGEN ▪ Trotz der klaren Ansage im überarbeiteten Schulentwicklungsplan, dass die Herringer Gemeinschaftsschule ohne eigene Oberstufe an den Start gehen soll, wollen die SPD und Dr.

Cevdet Gürle (Pro Herringen/Pro Bildung) weiter dafür kämpfen. Und sie verspüren starken Rückenwind. Nach Angaben von SPD-Ratsherr Franz Tillmann habe allein die SPD bereits mehr als 1200 Unterschriften für eine Oberstufe sammeln können. Rund 95 Prozent der Besucher des Info-Standes am vorigen Mittwoch auf dem Wochenmarkt hätten positiv reagiert, so Tillmann, der weiterhin das Potenzial für eine mindestens zweizügige gymnasiale Oberstufe sieht. Allein am Märkischen Gymnasium, mit dem die Gemeinschaftsschule nach den Vorstellungen der Stadt kooperieren soll, hätten in diesem Jahr 186 Schüler ihr Abitur gemacht.

Heftige Kritik am Verhalten der Stadt bezüglich der Oberstufe äußerte auch die BG Pro Bildung. „Ohne Oberstufe hätten wir eine deutliche Schlechterstellung gegenüber den Gymnasien und Gesamtschulen. Wenn wir den Weg zum Abitur versperren, dann werden wir die erwünschte Heterogenität der Schülerschaft nicht erreichen. Und ohne diese kann eine Gemeinschaftsschule nicht funktionieren“, meinte Gürle. Für ihn steht fest, dass eine „Gemeinschaftsschule mehr als eine Hauptschule ist“. Aber sie werde es nicht sein, wenn es vor Ort keine Oberstufe gibt und mehr als 90 Prozent der Schüler der Gemeinschaftsschule ,,nur“ eine Hauptschulempfehlung aufweisen. Das widerspreche der Grundintention der Gemeinschaftsschule, nämlich die des „längeren, gemeinsamen Lernens“.

Aus Sicht von Gürle ist die schwarz-gelbe Stadtregierung auf „keinem politischen Feld so kläglich gescheitert wie in der Bildungsfrage“. Seit Jahren werden an den beiden Hammer Gesamtschulen 150 und mehr Kinder Jahr für Jahr aufgrund fehlender Kapazitäten abgewiesen. Statt auf die konstante Nachfrage zu reagieren, hätten sie diese wissentlich ignoriert. So hätte eine verantwortungsbewusste Bildungspolitik nicht aussehen dürfen. „Wir brauchen bildungsnahe Angebote in Form von kleinen und überschaubaren Schulzentren in den Bezirken und keine Mammutschulen mit 1 000 und mehr Schülern“, so Gürle, für den feststeht, dass eine mögliche Oberstufe an einer Herringer Gemeinschaftsschule keine existenzielle Bedrohung für die bisherigen Angebote an den Hammer Gymnasien und Gesamtschulen darstellt. „Hier werden bewusst Ängste geschürt, die in dieser Form nicht eintreffen würden.“ Trotz insgesamt sinkender Schülerzahlen werde das Abitur stetig beliebter, so Gürle mit Hinweis auf die Hohe Zahl der Seiteneinsteiger. Zudem gebe es im Hammer Westen relativ viele Kinder, so dass eine weitere gymnasiale Oberstufe problemlos über genügend „Nachschub“ verfügen würde. „Es spricht nichts dagegen, dass wir eine eigenständige Oberstufe an einer Gemeinschaftsschule haben und trotzdem eine enge Kooperation mit der Oberstufe des Märkischen Gymnasiums gepflegt wird, um zum Beispiel Leistungskurse in weniger nachgefragten Fächern zu ermöglichen.“

Was die Akzeptanz in der Bevölkerung angeht, so haben Gürle und seine Mitstreiter in den vergangenen Tagen ähnliche Erfahrungen wie die SPD gemacht. Mittlerweile lägen rund 1700 Unterschriften vor. „In den unzähligen Gesprächen wurde erkennbar, dass die Menschen eine Verbesserung der Bildungssituation einfordern und die Schulpolitik der Stadt kritisch sehen“, so Gürle, der davon überzeugt ist, dass das selbst gesteckte Ziel von 2500 Unterschriften erreicht werden kann. „Ich kann nur an die Einsicht der Ratsmehrheit appellieren, dass sie endlich bereit ist, den Bürger- beziehungsweise den Elternwillen ernst zu nehmen.“ Die Mehrheitsfraktionen im Stadtrat täten gut daran, eine Oberstufe nicht kategorisch abzulehnen, hofft er jetzt auf den parteiübergreifenden ,,Runden Tisch“. ▪ stg/WA

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