229.04.10|Hamm-Heessen|Hamm-Heessen|
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HEESSEN ▪ Schnarchen kann gefährlich werden, insbesondere wenn es von häufigem Atemstillstand, der Schlafapnoe, begleitet wird. Diese Erkrankung sei noch wenig bekannt, obwohl sie ähnlich häufig vorkomme wie Diabetes und ihre Folgen ähnlich schwerwiegend seien, sagt Dr. Thomas Pladeck, leitender Arzt der Abteilung Pneumologie, Schlaf- und Beatmungsmedizin der St.-Barbara-Klinik. Bislang gibt es im Großraum Hamm auch noch keine Selbsthilfegruppe.

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Rolf Westermann (von rechts) und Erich Westermann leiten die neue Hammer Selbsthilfegruppe Schlafapnoe. Sie haben am eigenen Leib erfahren, wie gut die Therapie mit einer Atemmaske ist und viel Lebensqualität hinzugewonnen. Unterstützt wird ihre Arbeit durch Monika Dirks vom Paritätischen und Dr. Thomas Pladeck von der St.-Barbara-Klinik. ▪
Die soll am Mittwoch, 5. Mai, gegründet werden. Das erste Treffen findet von 17 bis 19 Uhr im Konferenzraum 1 der St.-Barbara-Klinik statt. Die weiteren Treffen sind dort immer am ersten Mittwoch in jedem Monat zur gleichen Zeit. Als Betroffener hat Rolf Westermann sich bereit erklärt, die Gruppe zu leiten. Sein Bruder, Erich Westermann, steht ihm zur Seite. Die Selbsthilfe-Kontaktstelle des Paritätischen unterstützt die Gruppe. Willkommen sind zu den Treffen alle Betroffenen, aber auch alle, die sich über Schlafapnoe informieren wollen.
Nach Schätzungen leiden rund vier Millionen Menschen in Deutschland unter Schlafapnoe. Viele wissen jedoch nichts von ihrer Erkrankung, weil sie sie oft gar nicht bemerken. Denn im Schlaf können sie nicht feststellen, dass und wie oft ihr Atem zum Stillstand kommt. Fünf solcher Apnoen pro Stunde können bereits gesundheitliche Folgen haben. In schweren Fällen stockt der Atem bis zu 60 mal pro Stunde.
Ein Symptom ist das Schnarchen. Fünf bis zehn Prozent der Schnarcher im Alter bis zu 35 Jahren haben auch Atemstillstände. In der Altersgruppe der 50- bis 60-jährigen Schnarcher ist es bereits ein Viertel.
Deutlich spürbare Folgen am Tag sind Müdigkeit Antriebslosigkeit. Fast drei Viertel der betroffenen ist außerdem übergewichtig. Bluthochdruck, Schlaganfall, Herzinfarkt, Depressionen, Impotenz und bei Kindern auch Bettnässen können sich ebenfalls aus dem krankhaften nächtlichen Atemstillstand entwickeln.
Die Diagnose kann schnell und sicher im Schlaflabor gestellt werden. Die Therapie erfolgt in leichteren Fällen mit einer Spange, in der Regel aber mit einer Atemmaske.
„Ich bin jetzt morgens wieder hellwach. Meine Lebensqualität hat sich enorm gesteigert“, berichtet Rolf Westermann von seiner Erfahrung mit dem Atemgerät. In der Selbsthilfegruppe möchten er und sein Bruder weiter aufklären, einen Erfahrungsaustausch ermöglichen, Ängste und Bedenken gegenüber der Therapie abbauen, für technische Beratung, aber auch für Motivation sorgen. Vorträge und Informationsveranstaltungen ergänzen das Angebot. Betreut wird die Gruppe von Dr. Pladeck, aber auch von den Lungenfachärzten Dr. Gottfried Wackerbeck und Dr. Jochen Sturm.
Zudem wird sich die neue Selbsthilfegruppe beim City-Festival am 29. und 30. Mai präsentieren. Zu finden ist sie dann im Südpark, wo auch viele andere Selbsthilfegruppen vertreten sind. ▪ jim
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