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Im Hammer Kunst-Viertel haben Leerstände rasant zugenommen

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HAMM - Das Martin-Luther-Viertel genießt den Ruf des In-Viertels in Hamm. Dank des Engagements des Fördervereins ist hier aus urbanem Brachland in den vergangenen Jahren ein bunter Mix aus Einzelhandel, Kunst und Lebenskultur entstanden. Doch das Viertel hat zu kämpfen:

© Foto: Szkudlarek

Imposantes Objekt: der alte Atrium-Kinosaal

In rasantem Tempo haben sich die Leerstände zuletzt erhöht. Allein sechs Ladenlokale stehen leer, dazu seit Jahren das ehemalige Atrium-Kino.

„Der Wunsch, sich hier anzusiedeln, steht in krassem Gegensatz zum Leerstand“, kommentiert Werner Reumke, Vorsitzender des Vereins zur Förderung des Martin-Luther-Viertels e.V. die Situation. Immer wieder erhält er Anfragen von Künstlern, Handwerkern oder Dienstleistern nach Ateliers, Geschäftsräumen oder Wohnraum. „Wir haben Mietwillige für jeden Raum“, sagt Reumke.

© Foto: SzkudlarekGleich zwei Ladenlokale im alten, vom Bauhaus inspirierten Steimann-Haus suchen einen Nachmieter.

Allein am Donnerstag erhielt er binnen weniger Stunden drei ernsthafte Anfragen vom Restaurator über den Fotografen bis zum Mediendesigner. Der Verein hilft durch Kontakte, wo er kann. Doch was so einfach klingt, gestaltet sich im Detail äußerst schwierig. „Es herrschen zum Teil komplizierte Eigentumsverhältnisse“, weiß Reumke, „und viele Vermieter sind gar nicht vor Ort“. Trotzdem wird er nicht müde, in teils mühevoller Kleinarbeit den Kontakt zu den Eigentümern herzustellen. „Hier funktioniert es nicht nach dem klassischen Prinzip ,Anzeige – Vermietung’. Viel läuft nur über persönliche Kontakte“, so der Vereinsvorsitzende. Daher wünscht sich Reumke in Zukunft vor allem eines: „Ein innovatives und intelligentes Konzept, mit den Leerständen umzugehen. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.“ Dabei schaut er nicht ohne Bewunderung nach Leipzig. Dort hat sich der Verein „HausHalten“ gegründet. Dessen Aufgabe: Eigentümer und Mietwillige zusammenzubringen und leer stehende Häuser mit Leben zu füllen. Dazu wird ein Vertrag geschlossen, der Renovierungsfragen, Pflege und Betriebskostenübernahme regelt. Inzwischen haben Künstler, Händler und Vereine Einzug gehalten.

Wie schade und dramatisch der Leerstand im Lutherviertel ist, zeigt sich am Beispiel des ehemaligen Atrium-Kinos. Im April 2001 lief in den insgesamt 400 Quadratmeter großen Räumlichkeiten der letzte Film. Seitdem steht der turnhallengroße Saal, der einst 450 Besuchern Platz bot, leer und wurde nur punktuell für Parties oder Ausstellungen genutzt. Eigentümer Hermann Klemm, der das Kino 1979 „als Geldanlage“ kaufte, hat zwar schon Interessenten durch die imposanten Räume geführt. „Es waren aber auch viele Fantasten dabei“, sagt er.

© Foto: SzkudlarekFür die Darpe-Räume gibt es Interessenten. Gespräche stehen kommende Woche an.

Mehrere Interessenten gibt es nach WA-Informationen für das ehemalige Ladenlokal des Darpe-Bürocenters. Möglicherweise sollen die Räumlichkeiten – wie früher schon einmal – aufgeteilt werden.Direkt nebeneinander im ehemaligen Steimann-Haus an der Martin-Luther-Straße liegen die Räume von Briefmarken Bögge und der Württembergischen Versicherung. Die Goldschmiede an der Nassauer Straße steht leer, ebenso der ehemalige China-Imbiss am Westentor. Das alte „Villa Media“ (Martin-Luther-Straße) wartet seit Jahren auf einen neuen Pächter.

Im Frühjahr will Fördervereinsvorsitzender Werner Reumke bei einer Begehung alle Parteien zusammenbringen: die Stadt samt Oberbürgermeister, Eigentümer und potenzielle Mieter. Eine Art „Mietbörse“ an Ort und Stelle also. „Ich hoffe, dass die persönlichen Gespräche zu Ergebnissen führen“, wünscht sich Reumke. „Auge in Auge ist vieles leichter als am Telefon.“

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