Wer vor allem als mittelständischer Unternehmer unter der Last der steigenden Energiepreise rentabler wirtschaften will, ist gut beraten, sich an den NRW-Fördertöpfen zu bedienen. Denn die Landesregierung hat bei der Europäischen Union immerhin 250 Millionen Euro für die Förderung rationeller Energieverwendung und alternativer Erzeugung etwa in Blockheizkraftwerken (BHKW) locker gemacht. Nun möchte Bollermann „informieren und den Markt anstoßen“, wie er sagte, damit „möglichst viele den Löffel raushalten“ und die Wirtschaft im Regierungsbezirk Arnsberg von dem Brei ordentlich etwas abbekommt.
Als „WerkStadtGespräch“ unter dem Dach des Regionale-Projekts „EnergieStadtWerne“ war der Auftritt des Regierungspräsidenten am Mittwochabend als „exklusive Akquise“ (Bürgermeister Christ) angelegt. Er machte deutlich, dass die Energiewende einerseits Anstrengungen verlange, „sozialverträgliche Energiepreise für die Bevölkerung“ zu gestalten und andererseits ein Faktor für den Erfolg oder Misserfolg von Firmen sei, mit dem sich erhebliches Wertschöpfungspotenzial heben ließe. Laut Machbarkeitsstudie seines Hauses sind das bis zu 4,4 Milliarden Euro und 1 500 Jobs in 20 Jahren.
So haben Privathaushalte auch nur unter dem Aspekt der Markteinführung in begrenztem Umfang Aussicht auf Fördergelder. Der Fokus des Programms „progres.nrw“ liegt darauf, den Bau und Verbund von KWK-Anlagen oder Nahwärmenutzung bei Klein- und Mittelstandsunternehmen zu forcieren. Wer in ein BHKW bis 50 Kilowatt elektrischer Leistung maximal 50 000 Euro investiert, kann dafür 1 500 bis 15 000 Euro Zuschuss bekommen, wie der Dezernent der Abteilung Energiewirtschaft in Arnsberg, Heinz-Gerhard Schuk, ausführte.
Wer mehr als 50 000 Euro in größere Anlagen investieren will, kann ein vergünstigtes Darlehen der NRW-Bank beantragen. Der Bau von Leitungen, wie in Werne mit den Projektpartnern RWE und Lippeverband in dem Effiziensnetz zur Regionale im großen Stil plant, gibt es aktuell keine Förderung. Neue Richtlinien sind in Arbeit.
Als erste Anlaufstelle für Ratsuchende empfahl sich den Gästen, viele Werner Mittelständler, die Energie-Agentur NRW. Deren Klimanetzwerker Marcus Müller warb insbesondere für die kostenlose Startberatung für Betriebe. Dabei würden Fachleute der Agentur Betriebsdaten aufnehmen und erste Berechnungen für eine Initialberatung vornehmen. Mit dem Verweis an die Förderstelle der Bezirksregierung übernehmen dann Fachleute vom Markt die Umsetzung und führen, um bei Bollermanns Sprachbild zu bleiben, den Löffeln zum Brei. - bkr
Weitere Informationen: www.energieagentur.nrw.de; nrw direkt Tel. 02 11/837 10 01. Auf Anregung von Michael Zurhorst (CDU) kurzfristig auch auf www.werne.de










