Polizei zählt mehr Verkehrsunfälle im Kreis Unna

Polizei Unna Verkehrsunfallstatistik Wernefoto Tatenhorst
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Stellten die Verkehrsunfallstatistik vor (v.l.): Landrat Michael Makiolla, Michaela Helm, Leiterin der Direktion Verkehr, sowie der Leitende Polizeidirektor Hans-Dieter Volkmann. J Foto: Tatenhorst

Werne - Mit „leider nicht erfreulichen Zahlen“ wartete am Montag die Kreispolizeibehörde Unna auf, als es im Rückblick auf das Jahr 2015 um die Unfälle im Straßenverkehr ging. Im gesamten Kreis ohne Lünen wurden 1013 Verkehrsunfälle mehr als im Vorjahr gezählt, was einem Anstieg von 13 Prozent auf 8845 Unfälle entspricht.

Außerdem wurden wesentlich mehr Menschen dabei verletzt. Die Zahl stieg um 4,9 Prozent von 873 auf 914. Dass es mit fünf getöteten Menschen sechs weniger als 2014 waren, sei Zufall. Aufgrund der ohnehin stets niedrigen Zahl im Kreis Unna könne man dort nicht von einem Trend sprechen, erklärte Michael Makiolla, der als Landrat Leiter der Kreispolizeibehörde Unna ist. 

Zwei Verkehrstote in Werne

Zwei der Getöteten starben jedoch bei Unfällen in Werne. Insgesamt wurden in der Stadt im vergangenen Jahr 799 Unfälle gezählt, bei 115 kam es zu Personenschäden mit 141 verunglückten Menschen. Zu den Verletzten zählten 17 Kinder, 16 Jugendliche, 19 junge Erwachsene bis 24 Jahre, 28 Senioren und 61 Menschen zwischen 25 und 64 Jahren. „Die Zahl der Verunglückten stieg insgesamt“, erklärte Michaela Helm, Leiterin der Direktion Verkehr, heraus stachen jedoch vor allem die Senioren, bei denen die Zahl der Verletzten gleich um 15 anstieg. „Verkehrsunfälle sind zu einem Großteil auf menschliches Versagen zurückzuführen“, erklärte Helm, und damit vermeidbar. Sie appellierte an alle, sich an die Regeln zu halten und nicht ablenken zu lassen. „Von verletzt zu tot ist es oftmals nur ein schmaler Grat.“ 

Senioren häufig betroffen

Ein 25-jähriger stecke einen Sturz und dessen Folgen oftmals besser weg als ein Senior, bei dem vor allem die Zeit der Rehabilitation länger sei. Deshalb untersucht die Polizei auch regelmäßig anhand der Verkehrsunfallstatistik, in welchen Bereichen sie noch mehr Prävention leisten muss, aber auch durch Kontrollen repressiv tätig werden sollte. 

Deshalb führt die Polizei nicht nur hinsichtlich des Alters eine Statistik der verunglückten Personen, sondern hält auch fest, in welcher Form die Unfallopfer am Verkehr teilgenommen hatten. In Werne wurden demnach 21 motorisierte Zweiradfahrer verletzt, 41 Autofahrer, 39 Fahrradfahrer, 18 Fußgänger und 22 Mitfahrer. Vor allem die hohe Zahl der Fußgänger erschreckte die Polizei, denn hier war oftmals zu hohe Geschwindigkeit Grund für die Unfälle. „Und mit der Geschwindigkeit steigt die Schwere der Verletzung“, erklärte Helm. 

Mehr Radfahrer in Unfälle verwickelt

Kreisweit hat die Polizei jedoch den Unfällen mit Radfahrerbeteiligung den Kampf angesagt. In 302 der 8845 Unfälle im gesamten Zuständigkeitsbereich der Kreispolizeibehörde Unna waren Radfahrer verwickelt. Dabei wurden 258 Radfahrer auch tatsächlich verletzt. „Jeder vierte Verunglückte im Kreis Unna ist damit ein Radfahrer“, bilanzierte Helm. „Eine Zahl, die eindeutig zu hoch ist“, kommentierte Makiolla, immerhin präsentiere sich der Kreis Unna als radfahrerfreundlich. Vor allem zeigte sich der Landrat darüber besorgt, dass die Hälfte der Radfahrer auch noch die Verursacher der Unfälle sind. 

Handy ist Gefahrenquelle

Nicht nur auf dem Rad, sondern am Steuer aller Fahrzeuge ist das Handy, vor allem das Smartphone, den Ordnungshütern ein Dorn im Auge. Anstatt auf die Straße zu schauen, würden SMS gelesen und Nachrichten getippt. „Es gibt eine hohe Ignoranz der Gefährlichkeit“, erklärte Helm. „Komme fünf Minuten später“ könne ganz schnell auch „Komme gar nicht mehr“ bedeuten. Wer mit 50km/h unterwegs sei und drei Sekunden lang aufs Handy schaue, fahre 42 Meter im Blindflug. 

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