Auch die mutmaßliche Mörderin der allein lebenden Frau ist vielen keine Unbekannte. Das Interesse an dem Beobachtung des Strafverfahrens lässt daher nicht nach, manche Zuschauer nehmen offenbar eigens frei, um keinen Sitzungstag zu verpassen. Ein legitimes Interesse an den öffentlichen Verhandlungen.
Mahnende Worte wurden jedoch gestern vom Vorsitzenden Richter Wolfgang Meyer laut. Mit kurzen, aber deutlichen Worten sprach er die Prozessbeobachter im Zuschauerraum an und forderte sie auf, ihre Neutralität zu wahren. Es sei dem Gericht zu Ohren gekommen, dass es Versuche gegeben habe, Zeugen zu beeinflussen. Diese hätten die Zustände auf dem Hof der Getöteten schöner darstellen sollen, als es die Realität anscheinend hergab. Neutrale Untersuchungen am Tatort hatten von hygienisch desolaten und verkommenen Zuständen im Wohnhaus und in den Stallungen berichtet.
Die Angeklagte hatte zu Prozessbeginn über ihre Anwälte erklären lassen, dass sie lange um eine vernünftige und ausreichende Versorgung der Tiere mit Futter und Heu gekämpft habe und ihre Versuche, bei Behörden und Vereinen Hilfe zu erhalten, erfolglos versandet seien.
Die Verteidiger stellten am Freitag vor der Sommerpause erneut diverse Anträge. Zusätztlich zu den bisher geladenen und gehörten Zeugen sollen weitere Personen gehört werden, die die Angeklagte als ausgesprochen tierlieb erlebt hätten. Das bereits bis in den Oktober hinein terminierte Strafverfahren wird Ende August fortgesetzt. - mw











