Noch vor der Innenstadtoffensive

Modehaus Kroes in Insolvenz – Betrieb geht weiter

Im Modehaus Kroes soll der Insolvenzverwalter dafür sorgen, dass im Traditionsbetrieb am Markt das Licht anbleibt.
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Im Modehaus Kroes soll der Insolvenzverwalter dafür sorgen, dass im Traditionsbetrieb am Markt das Licht anbleibt.

Werne - Noch vor Beginn der versprochenen Innenstadtoffensive ist eine Schlacht verloren: Das Traditionshaus Moden Kroes ist insolvent.

Der Niedergang des Innenstadthandels hat nun auch einem der prägenden Betriebe im Herzen Wernes so zugesetzt, dass es nur mit einem klaren Schnitt weitergehen kann: Das Mode- und das Wäschehaus Kroes werden seit Mittwoch in Regie eines Insolvenzverwalters geführt. Inhaber Hein-Theo Küper hat das Verfahren als eingetragener Kaufmann selbst eingeleitet, um die Sanierung der Geschäfte mit 25 Mitarbeitern auf den Weg zu bringen. Das früher zum Unternehmen gehörende Geschäft „Herren Kroes“ ist davon nicht betroffen. Es wird bereits seit November 2012 von Inhaber Christof Schmersträter eigenständig geführt.

„Das Geschäft läuft unverändert weiter“, kündigte Küper auf Anfrage der Redaktion an. „Die Löhne und Gehälter meiner Angestellten sind über das Insolvenzgeld in den ersten drei Monaten des Jahres gesichert. Ich gehe davon aus, dass bis dahin auch ein Plan zur Sanierung des Unternehmens vorliegt und es weitergehen kann.“

Er habe die Mitarbeiter am Donnerstag alle persönlich darüber informiert, dass der Gang zum Insolvenzgericht unausweichlich geworden sei. Das Amtsgericht Dortmund hat daraufhin den Rechtsanwalt Dr. Christoph Schulte-Kaubrügger zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt. Ein Mitarbeiter der Kanzlei bestätigte die Bemühungen, das Geschäft wieder auf gesunde Beine zu stellen.

Der 57-jährige Küper führt den 1895 gegründeten Familienbetrieb in dritter Generation und ist nach Gesprächen mit maßgeblichen Gläubigern zuversichtlich, dass es in der Insolvenz gelingen wird, für die Häuser am Markt undt an der Bonenstraße eine tragfähige Perspektive zu entwickeln. „Wir werden die Insolvenz für eine Umstrukturierung nutzten, wir haben nach wie vor ertragsstarke Sortimente.“

Die Einkaufsverbände stünden als maßgebliche Gläubiger zum Weiterbetrieb und trügen die Pläne mit, sich mit den tragenden Segmenten neu aufzustellen. Gefragt sei unter anderem das Modeangebot für ältere Frauen.

Im Bereich Kinder- und Jugendmode hatte sich Moden Kroes vor einigen Jahren schon mit Aufgabe der vormals separaten Filialen in Werne zurückgezogen. Vor etwas mehr als drei Jahren übernahm der langjährige Mitarbeiter Christof Schmersträter als selbstständiger Unternehmer das Herrenmode-Geschäft. Nur den etablierten Namen hat der Modeberater im neuen Logo beibehalten; deshalb betrifft ihn die Insolvenz nicht.

Hinter der Fassade des Stammhauses am Markt hat Kaufmann Hein-Theo Küper 660 Quadratmeter Geschäftsfläche im Eigentum behalten und bewirtschaftet am 2001 aufwändig sanierten Standort nebenan weitere 640 Quadratmeter Mietfläche. Ein Platzhirsch, so scheint es. Aber was hat das Geschäft in die roten Zahlen getrieben? „Die letzten Jahre waren geprägt von Strukturwandel, Renovierung der Innenstadt und nicht zuletzt von der Schließung unseres wunderschönen Natur-Solebades. Das führte zu einem erheblichen Umsatzrückgang“, zog Küper in einer kurzen Stellungnahme sein Fazit. Mit dem Insolvenzantrag trete er aber an, mit seinen Beschäftigten das Geschäft in der Innenstadt weiterführen zu können.

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