Lions-Konzert begeistert Zuhörer auf dem Kirchplatz

Das Landespolizeiorchester spielte auf dem Kirchplatz St. Christophorus. - Foto: Schwarze

WERNE -  „Gib mir Trompete-Legato, füge etwas Saxophon hinzu etwas Rhythmus!“ Joe Doll besang in einem der ersten Lieder des Lions-Benefiz-Konzerts am Freitagabend die Zutaten für gelungenen Swing. Die entsprechenden Instrumente und das musikalische Können brachte die Big Band des Landespolizeiorchesters NRW mit. Um eine stimmungsvolle Atmosphäre auf dem Kirchplatz kümmerten sich die Mitglieder und Freunde des Lions Clubs Werne an der Lippe.

Sie verkauften Würstchen, Bier und andere kalte Getränke. Nur das Wetter hatte niemand in der Hand. Da hatten Band, Veranstalter und die etwa 200 Zuhörer einfach Glück: Ein lauer Sommerabend gab dem Konzert den letzten Pfiff.

Mit „All of me“, einem der meist gespielten Jazz-Standards, legte die Big Band gleich zu Beginn ein hohes Tempo vor. Ihr Gast-Solist, der Sänger Joe Doll aus Oberhausen, modulierte mit gutturaler Kehle. Saxophon, Posaune und Klavier spielten sich die Bälle bei zündenden Improvisationen zu. In den Applaus mischte sich beifälliges Johlen: Das Publikum begann, warm zu werden. „Ain’t That a Kick in the Head?“ ist ein Stück, das im Jahr 1960 für Dean Martin geschrieben wurde. Joe Doll dehnte die Töne, vibrierte, jaulte, spielte mit dem groovigem Rhythmus. Getragen von der Big Band baute er die träge Südstaaten-Atmosphäre von „Mr. Bojangles“ zu einem durchschlagenden Höhepunkt auf. Und er knurrte sich mit rauchiger Stimme durch den Dschungelbuch-Klassiker „I wanna be like you“.

Bei ihren Instrumental-Versionen befeuerte die Big Band das Publikum mit der Tatort-Fanfare oder mit dem „Slight Derangement“ – letzteres ein rhythmisch pointiertes Stück mit rasch gleitenden Tonfolgen. Es endete in einem schweißtreibenden Schlagzeug-Solo, das die Zuhörer spontan bejubelten. Träumerische Klavierakzente betonten die Ballade „I loves you Porgy“ aus der Gershwin-Oper „Porgy and Bess“. Und als sich die Christophorus-Kirche bei einbrechender Dämmerung in rot-violetten Lichtstrahlern präsentierte, stimmten Band und Sänger „Somewhere over the Rainbow“ an.

„Eine super Band, ein stilvolles Ambiente – es ist toll hier“, begeisterten sich Johannes Heine und Uwe Müller. Die beiden Lions-Brüder waren am Freitag mit dem Motorrad 500 Kilometer aus Grimma nach Werne gefahren. Sie vertraten die sächsische Stadt, zu deren Gunsten der Werner Lions Club das Benefiz-Konzert veranstaltete. Der Erlös soll der Grimmaer Kindertagesstätte Schwanenteich beim Wiederaufbau nach der Flutkatastrophe im Juni helfen. „Es hätten gerne noch mehr Zuhörer da sein dürfen, aber es ist, wie es ist“, resümierte der amtierende Lions-Präsident Dr. Thomas Neubourg. Immerhin, die Rahmenbedingen auf dem Kirchplatz seien ideal gewesen. „Auch die Entscheidung, einmal mitten in die Stadt zu gehen, war gut.“ Die ersten beiden Lions-Benefiz-Konzerte hatten in der Freilichtbühne stattgefunden. Im nächsten Jahr, so kündigte Neubourg an, werde es wieder ein Benefiz-Konzert geben. Wo, das würde sich dann entscheiden. - asz

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare