Eiswind im Watt verhindert SPD-Sprechstunde

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An Bord der „MS Frisia II“ bot sich gestern auch Klaus Zander aus Werne dieser Blick aufs trockengefallene und vereiste Wattenmeer. Nur das Tochterschiff eines Seenotrettungskreuzers konnte noch zur Versorgung längsseits gehen.

Werne - Die Weihnachtspause im SPD-Büro am Roggenmarkt ist unfreiwillig verlängert: „Kümmerer“ Klaus Zander saß im Wattenmeer fest.

Immerhin konnte der plötzliche Wintereinbruch im Norden, der Zander wie tausende andere Urlauber seit Sonntag auf der Insel Juist gefangen hielt, dem Mobilfunknetz nichts anhaben. Und so teilte der Sozialdemokrat vorsichtshalber dem WA mit einem Augenzwinkern für den Terminservice mit, dass es nach Montag und Dienstag wohl auch den Rest der Woche nichts wird mit der turnusmäßigen Öffnung der Geschäftsstelle am Roggenmarkt.

Aber auch die Nachricht dahinter will noch erzählt sein. Zumal Zander es mit gelassenem Humor nahm, dass nach zwei Tagen Zwangsurlaub auf der Insel selbst die vermeintlich erlösende Heimreise am Dienstag noch zum schlagzeilenträchtigen Abenteuer geriet. Denn der Werner befand sich mit den Seinen an Bord der „MS Frisia II“, der größten von fünf Fähren, mit der die Reederei Norden-Frisia, insgesamt 2 000 Urlauber ans Festland bringen wollte – die aber vor Norddeich gegen 9.30 Uhr auf Grund lief.

„Das Schiff befindet sich in leichter Schieflage. An Bord herrscht gute Stimmung. Sogar ein Zauberer sorgt bei den Passagieren, vor allem bei den Kindern, für gute Laune“, schrieb Zander per Smartphone. Und: „Nach Aussage des Kapitäns müssen wir noch bis mindestens 18 Uhr ausharren und hoffen, dass das Schiff dann wieder genügend Wasser unterm Kiel hat. Somit bleibt die Geschäftsstelle der SPD in Werne diese Woche geschlossen.“

Die Besatzung versorge die 650 Passagiere laufend mit Getränken und Suppe, berichtete er auf Nachfrage . Es sei auch ein Versorgungsschiff mit weniger Tiefgang auf dem Weg, um weitere Verpflegung zu liefern.

Stärkung hatten die Urlauber auch für die weitere Heimreise nötig. Wer mit dem Auto gekommen war, hatte noch einen Kraftakt vor der Brust: „Der Kapitän hat gerade per Durchsage mitgeteilt, dass sämtliche Autos auf dem Parkplatz von einer zwei Zentimeter dicken Eisschicht überzogen sind“, so Zander. „Die Reederei sei aber bemüht, Eiskratzer zu besorgen.“ Kurzum: Da kann auch der Mann von der SPD noch etwas erzählen, wenn er nächste Woche wieder Sprechstunde hält.

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